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19. März 2008, 14:38 Uhr

Neue Umfrage

Obama schwächelt, McCain überholt Demokraten

Spannung im Demokratenduell: Barack Obama büßt laut einer neuen Umfrage seinen Vorsprung auf Hillary Clinton ein. Beide Demokraten liegen erstmals in der Reuters-Prognose außerdem gegen den Republikaner John McCain hinten.

Washington - Nach jüngsten Schlappen in Vorwahlen sind jetzt auch die Werte des Senators aus Illinois in der Reuters-Zogby-Umfrage dramatisch eingebrochen. Im Rennen um die Kandidatur der Demokraten verlor er seinen komfortablen Vorsprung von 14 Prozentpunkten auf seine Rivalin Hillary Clinton fast komplett.

Obama: Seine Umfragewerte fallen
REUTERS

Obama: Seine Umfragewerte fallen

In der am Mittwoch veröffentlichen Umfrage führt er nur noch mit 47 zu 44 Prozent gegen Clinton - nach 52 zu 38 Prozent Mitte Februar. Die Erhebung hat eine Fehlerquote von 4,4 Prozent.

In Umfragen von CBS/"New York Times" und "USA Today"/Gallup lag Obama noch im Februar ebenfalls deutlich vor Clinton, mit 16 respektive 12 Prozentpunkten - auch in letzterer Umfrage ist der Vorsprung inzwischen auf 7 Prozent geschrumpft. Wie weit Obama im Februar allerdings wirklich vor Clinton lag, ist unter Meinungsforschern umstritten. Die meisten Umfragen sahen die beiden Rivalen nur um einstellige Prozentwerte auseinander.

Im Februar war Obama dank seiner Siegesserie in den Vorwahlen erstmals landesweit in Führung gegangen. Clinton bekam nach Erfolgen in den Primarys in Texas und Ohio allerdings wieder Auftrieb.

Nach Einschätzung von Meinungsforscher John Zogby machten Obama vor allem die vergangenen zwei Wochen zu schaffen. Clinton verschärfte in dieser Zeit ihre Angriffe gegen Obama. Zugleich geriet er wegen seines früheren Pastors unter Druck, der unter anderem den USA vorwarf, rassistisch zu sein.

Klar ist: Beide Bewerber der Demokraten müssen inzwischen John McCain fürchten. Der Republikaner liegt erstmals in der Reuters-Zogby-Umfrage im direkten Vergleich gegen beide in Führung. Noch im Februar sah die Umfrage Obama vorne. Doch jetzt drehte McCain das Ergebnis zu seinen Gunsten um: 46 Prozent der Befragten gaben nun an, für den Senator aus Arizona zu stimmen. Nur noch 40 Prozent bevorzugten Obama. McCain würde auch gegen Clinton siegen, mit 48 zu 40 Prozent. Der New Yorker Senatorin gelang es somit immerhin, etwas Boden gutzumachen - im Februar lag sie in dieser Erhebung noch zwölf Punkte hinter McCain.

Die nächste Vorwahl findet am 22. April in Pennsylvania statt. Dann geht es das letzte Mal auf einen Schlag um eine größere Zahl von Delegierten, die für eine Nominierung benötigt werden.

als/Reuters

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde nur über die neue Reuters-Zogby-Umfrage zu Clinton und Obama berichtet, ohne sie in den Kontext anderer, teils stark abweichender Erhebungen einzuordnen. Dieses Versäumnis wurde nachgeholt.

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