Neuer Lebensstil China verlangt Öko-Kurswende vom reichen Westen

Schelte aus Fernost: Chinas Premier Wen Jiabao hat die Industriestaaten ermahnt, ihren "nicht nachhaltigen Lebensstil" aufzugeben. Bei einer Rede vor Teilnehmern aus mehr als hundert Ländern warf er dem Westen vor, er unternehme noch immer nicht genug gegen die Gefahren des Klimawandels.


Peking - Inzwischen gilt China als größter Emittent von Treibhausgasen weltweit. Bei einem Symposium mit Teilnehmern aus mehr als hundert Ländern aber hat China die Hauptverantwortung für die Eindämmung von Treibhausgasen den Industriestaaten zugewiesen.

Premier Wen: Umwelt-Transferfonds gefordert
AP

Premier Wen: Umwelt-Transferfonds gefordert

Regierungschef Wen Jiabao sagte, die reichen Nationen müssten ihren "nicht nachhaltigen Lebensstil" aufgeben, um die globale Erderwärmung zu bekämpfen. Zudem müssten sie mehr Geld für ärmere Staaten bereitstellen, die besonders unter eskalierenden Dürren und dem steigenden Meeresspiegel litten.

Wen fordert, dass die reicheren Staaten auch China Technologie für die Reduzierung von Treibhausgasen finanzieren. Die Volksrepublik habe zur Lösung der Energieprobleme und der Luftreinhaltung sehr viel weniger Zeit, als den entwickelten Ländern zur Verfügung gestanden habe.

Auch der Direktor der Kommission für Nationale Entwicklung und Reformen, Zhang Ping, rief die Industriestaaten zur Einrichtung eines Fonds auf. Mit dessen Mitteln der Transfer von umweltfreundlichen Technologien in ärmere Länder unterstützt werden könnte. Im Oktober hatte China bereits angeregt, dass die entwickelten Länder mindestens 0,7 Prozent des Sozialprodukts zur Verfügung stellen sollten, damit ärmere Länder Maßnahmen für den Klimaschutz finanzieren könnten.

itz/AP/Reuters

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