Neuer Raketentest Nordkorea droht der Uno

Das Regime in Pjöngjang provoziert weiter: Nordkorea hat "Maßnahmen zur Selbstverteidigung" angekündigt, falls der Uno-Sicherheitsrat Strafen gegen das Land beschließt. Das nordkoreanische Militär testete erneut eine Kurzstreckenrakete.


Pjöngjang/New York - Fast täglich neue Provokationen aus Nordkorea - mit drohenden Worten und mit Waffentests. Jetzt droht das Regime von Kim Jong Il der Uno. In einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang vom Freitag heißt es: "Sollte der Uno-Sicherheitsrat eine weitere Provokation unternehmen, wären für uns weitere Selbstverteidigungsmaßnahmen als Antwort darauf unvermeidlich."

"Feindseliges Verhalten" des Rates käme der Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens für die koreanische Halbinsel gleich, wurde ein Sprecher von den staatlichen Medien zitiert. Das Abkommen beendete den Korea-Krieg von 1950-53. Bereits am Mittwoch hatte Nordkorea erklärt, dass es sich nicht mehr an das Abkommen gebunden fühlt.

Im Sicherheitsrat wird zurzeit eine Resolution zum zweiten unterirdischen nordkoreanischen Atomtest vom Montag seit einem solchen Versuch im Oktober 2006 beraten. Nordkorea hatte mitgeteilt, der Test sei Teil der Maßnahmen für die "Stärkung der atomaren Abschreckungskräfte zur Selbstverteidigung". Durch den Test hatten sich die Spannungen in der Region verschärft.

Es blieb am Freitag nicht bei Drohungen: Nordkorea feuerte erneut eine Rakete mit kurzer Reichweite ab, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonjap. Die Rakete sei wieder an der Ostküste gestartet worden. Nähere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Das kommunistische Land hatte nach seinem weltweit verurteilten Atomtest bereits fünf Raketen mit kurzer Reichweite gestartet.

US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte, die Regierung in Washington sehe trotz der militärischen Drohungen Nordkoreas derzeit keinen Grund, die Truppenpräsenz der USA in Südkorea zu verstärken. "Ich weiß nichts von irgendwelchen militärischen Bewegungen im Norden, zumindest nicht über das Normale hinaus", sagte Gates einem Bericht der "New York Times" zufolge am Freitag auf dem Flug zu einer Sicherheitskonferenz in Singapur.

sac/dpa/AFP

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