Neuer US-Finanzminister Bahnspediteur soll Bushs Wirtschaftspolitik verkaufen

Der Eisenbahnunternehmer John Snow soll Amerikas Wirtschaft in Fahrt bringen. Präsident Bush hat ihn nun offiziell als neuen Finanzminister ins Kabinett berufen. Er verspricht sich davon eine bessere Verkaufe.


John Snow
AP

John Snow

Washington - George Bush ernannte den 63-jährigen am Montag in Washington und kündigte gleichzeitig ein neues Konjunkturpaket an. "Ich werde spezifische Schritte vorschlagen, um den Wirtschaftsaufschwung zu beschleunigen", sagte Bush im Weißen Haus, ohne Einzelheiten zu nennen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" plant die Regierung Steuererleichterungen und neue Abschreibungsmöglichkeiten im Umfang von 300 Milliarden Dollar über zehn Jahre. Der neue Minister muss allerdings noch vom Senat bestätigt werden. Dort haben die Republikaner bei der Kongresswahl im November jedoch eine sichere Mehrheit zurückgewonnen.

Snow soll die Wirtschaftspolitik der US-Regierung besser vermitteln als sein am Freitag entlassener Vorgänger Paul O'Neill. Er gilt in den US-Medien als guter Kommunikator. O'Neill war dagegen für seine Unverblümtheit bekannt, die die US-Regierung mehr als einmal auch international in Verlegenheit brachte. Snow sei der geborene Verkäufer, berichteten US-Medien. Als erste Amtshandlung soll der neue Minister ein neues Konjunkturpaket durch den Kongress boxen.

Erfahrung als Staatssekretär

Snow ist Chef der Bahnspedition CSX, die das größte Netz von Güterzugverbindungen an der amerikanischen Ostküste unterhält. Er war in den siebziger Jahren unter dem damaligen Präsidenten Gerald Ford Staatssekretär im Transportministerium und zeitweise Vorsitzender des einflussreichen Unternehmerclubs "Business Roundtable".



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.