Neues Deutschland-Bild Die Sympathie-Weltmeister

Jubelndes DFB-Team (nach dem England-Spiel): "Jugend, Frische, Dynamik"
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Jubelndes DFB-Team (nach dem England-Spiel): "Jugend, Frische, Dynamik"

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Niederlande - Spielen die Deutschen niederländischen Fußball?


Das deutsch-niederländische Verhältnis gilt traditionell als angespannt - auch 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg stellt sich reflexartiges Misstrauen ein, wenn es um Fußball geht. Zwar liegt das kritische Fußballereignis nun auch schon einige Jahre zurück - 1974 verlor das niederländische Team im WM-Finale 2:1 gegen Deutschland. Doch noch immer erinnern sich die Niederländer mit Grauen an den Tag, an dem Johan Cruyff mit seinem Oranje-Team vom Platz schlich.

So ist auch das Verhältnis noch heute ein schwieriges. Deutsche Touristen haben den Eindruck, die Niederländer ließe das DFB-Team kalt. Im Küstenort Zaandvoort sitzt eine Hamburgerin bei drückender Hitze fast allein im Café, als das Spiel England gegen Deutschland übertragen wird. "Aber bei jedem Tor, das das deutsche Team schoss, wurde der Fernseher leiser gestellt." Vorbeilaufende Passanten machen fiese Kommentare, ihre niederländische Freundin mahnt, lieber Holländisch zu sprechen: damit sie nicht gleich als Deutsche erkennbar sei.

Hämisch wurde auch von den niederländischen Medien die Prognose des Oktopus-Orakels Paul aufgenommen, die deutsche Nationalelf werde im Halbfinale gegen Spanien verlieren. Die "Volkskrant" griff die Geschichte beherzt auf - und hat ein Video von dem Wunder-Weichtier gleich mit verlinkt.

Doch es gibt auch Hoffnung: Viele sehen den Einsatz von Angreifer Arjen Robben und Trainer Louis van Gaal in Deutschland bei Bayern München mit Wohlwollen. Es habe die Länder ein Stück weit zusammengebracht. Chris Tempelman, Redakteur beim niederländischen Fachblatt "Voetbal International", glaubt, dass die Deutschen niederländischen Fußball spielen - und umgekehrt.

Anne Onken, Berlin

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avp 08.07.2010
1. Ersatzbegriffe für Verlierer
Sympathieweltmeister, Weltmeister der Herzen, Gewinner der Konstrukteurswertung, ... alles Bullshitt! Verloren ist verloren, da täuschen solche Verlegenheitstitel auch nicht drüber hinweg.
culcas 08.07.2010
2. Sympathie-Weltmeister?
Schön, dass Deutschland im Ausland als sympathisch gilt. Ich lebe in Berlin und habe das Glück, mich hier als Gastarbeiter wohl zu fühlen. Mein größter Wunsch wäre es jedoch, kurz vor und während einer WM, Deutschland zu verlassen und erst nach dem Ausscheiden der Mannschaft zurückzukehren. Nicht aus Neid weil Deutschland oft weit kommt. Es ist diese intolerante, überhebliche und z.T. beleidigende Art und Weise der "Fans" hirzulande (besser: Eventfans mit der Lizenz zum Saufen und alles nieder machen was nicht deutsch ist), welche es unmöglich macht, Fußball aus rein sportlicher Sicht zu verfolgen, also mit OBJEKTIVITÄT und RESPEKT dem Gegner gegenüber. Kurz vor der WM waren Demos gegen den "bösen-Ballack-Treter" Boateng geplant...sehr Weltoffen und freundlich... die Bolulevard-Presse (keiner will es gekauft haben, frage mich aber wo die 4 Mio. Exemplare täglich landen...) hetzt gegen "Italo-Opas", "Treter-Serben" und "Schläger-Spanier"...nicht nur die ausländische Presse kritisieren... Es ist so weit gekommen, dass in Deutschland lebende Landsleute in den einheimischen Internet-Foren (Sport-/Tageszeitungen) aus o.g. Gründen davor abraten für Deutschland die Daumen zu drücken. Deshalb ist die Frage berechtfertigt (welche bereits ein Forumsteilnehmer stellte) in wie weit eine Fußball-Mannschaft die Wahrheit widerspiegeln kann.
haltetdendieb 08.07.2010
3. Sympathie-Weltmeister...Das hört sich an wie Schalke 04
"Die Sympathie-Weltmeister" Das hört sich an wie Schalke 04 und Bayer Leverkusen auf einen Schlag! Dann wird es die nächsten 100 Jahre nichts mit dem Titel, denn wir wollen uns die Sympathie doch mit niemanden verscherzen!
Fritz Katzfuß 08.07.2010
4. Der schönste Fußball
der Welt. Jawoll. Wir verloren, als wir unbedingt gewinnen wollten.
Subcommandante_M, 08.07.2010
5. Sympathieweltmeister
Zitat von sysopSie sind raus aus dem Titel-Rennen, doch Schweinsteiger, Özil, Khedira und Co. haben trotzdem begeistert - auch im Ausland. Löws junge Truppe steht international für ein lockeres, bunteres Deutschland. SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten auf drei Kontinenten schildern, wie uns die Welt nun sieht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,705194,00.html
... und die Woge der Sympathie ist doch auch sehr viel wert, wahrscheinlich sogar mehr für jeden von uns als wenn wir - IMHO unverdient - gegen Spanien gewonnen hätten. Mir bedeutet es auf jeden Fall etwas im Ausland als sympathisch wahrgenommen zu werden und nicht ausschließlich als teutonischer Exportweltmeister.
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