Neues Gefängnis Pentagon verlegt angeblichen WikiLeaks-Informanten

Das Pentagon reagiert auf die scharfe Kritik an den Haftbedingungen von Bradley Manning: Der angebliche WikiLeaks-Informant ist in eine Haftanstalt in Kansas verlegt worden. Kritiker fürchten jedoch eine weitere Isolierung des 23-Jährigen.


Washington - Nach heftiger Kritik an seinen Haftbedingungen hat das US-Militär den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning in ein anderes Gefängnis verlegt. Manning sei am Mittwoch von der Armeebasis in Quantico im Bundesstaat Virginia auf den Stützpunkt Fort Leavenworth in Kansas gebracht worden, erklärte das Pentagon. Unterstützer Mannings befürchteten, dass der Soldat in der neuen Umgebung noch stärker isoliert werden könnte.

Menschenrechtler hatten die Einzelhaft-Bedingungen des 23-jährigen Gefreiten in Quantico scharf kritisiert. Seine Zelle durfte Manning nur eine Stunde am Tag verlassen, abgeschirmt von den anderen Gefangenen. Außerdem wurde er gezwungen, nackt zu schlafen. In Fort Leavenworth werde Manning nun Besucher empfangen dürfen und Kontakt zu anderen Häftlingen haben, erklärte das Pentagon.

Zugleich betonte das Ministerium, dass mit den Haftumständen in Quantico "keine rechtlichen Standards" verletzt worden seien. Die neue Haftanstalt sei aber "angemessener" für längere Gefängnisaufenthalte. In Fort Leavenworth soll den Angaben zufolge zunächst der psychische Zustand Mannings überprüft werden.

Dagegen warnten Manning-Unterstützer vor einer weiteren Isolierung des Soldaten. Die Verlegung schränke die Besuchsmöglichkeiten seiner an der Ostküste lebenden Familie sowie den Kontakt zu seinem Anwalt ein, sagte Kevin Zeese, Mitglied der Unterstützergruppe.

Die US-Armee verdächtigt Manning, der früher im Irak stationiert war, geheime Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan an das Internet-Enthüllungsportal WikiLeaks weitergegeben zu haben. Anfang März erweiterte das US-Militär die Anklageschrift gegen Manning. Am schwersten wiegt der Vorwurf der "Unterstützung des Feindes", auf den die Todesstrafe steht. Die Militär-Staatsanwaltschaft kündigte jedoch an, dass sie lebenslange Haft für den Soldaten fordern werde.

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zenonrc 21.04.2011
1. support...
Zitat von sysopDer mutmaßliche WikiLeaks-Informant Bradley Manning*ist verlegt worden. Der 23-Jährige soll*wurde Angaben des Pentagons von der Militärhaftanstalt in Quantico in ein Gefängnis in Kansas gebracht. Kritiker fürchten eine weitere Isolierung Mannings. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,758371,00.html
Auch hier in Europa sollten wir, über das AA, Bundestagsabgeordnete, NGO's und mit offenen Briefen sicherstellen, dass whistleblower, also Verbreiter der Wahrheit, nicht alleine gelassen werden. Manning hat uns allen einen Riesendienst erwiesen. Heute wird er verfolgt, aber in die Geschichte wird er letzendlich wohl als Held eingehen. Offenbar versucht man ihn zu brechen. Wir Europäer sollten auf menschenwürdige Behandlung und ein (illusorisches) faires Verfahren bestehen. Das ist Westerwelles Job, aber den muss man wohl täglich daran erinnern... Er arbeitet für uns und wir haben volles Recht auch im Fall Manning eine menschenwürdige Behandlung vom Partner USA einzufordern. In der Schweiz ist ein anderer whistleblower inhaftiert, der Bankenmanipulationen aufdeckte. Es ist doch völlig absurd, dass die Verbrecher draussen frei herumlaufen, während der, der Verbrechen aufdeckt, von lebenslanger Haftstrafe bedroht wird.
janne2109 21.04.2011
2. zur Erinnerung -
er ist nicht der mutmaßliche Informant- er ist der Informant, das hat er selbst zugegeben.
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