Neues Land Südsudan erklärt seine Unabhängigkeit

Die Welt hat ein Land mehr: Der Südsudan hat seine Unabhängigkeit ausgerufen. Um Mitternacht läuteten Kirchenglocken den Tag ein, an dem die Existenz von Afrikas 54. Nation beginnt.
Vorbereitungen zur Unabhängigkeitsfeier: Neuer Staat in Afrika

Vorbereitungen zur Unabhängigkeitsfeier: Neuer Staat in Afrika

Foto: GORAN TOMASEVIC/ REUTERS

Juba - In Afrika gibt es einen neuen Staat: Der Südsudan ist ein unabhängiges Land. Offiziell wird die Teilung vom Norden am Samstagvormittag vollzogen, wenn Präsident Salva Kiir den Amtseid als erster Präsident des neuen Staates ablegt und die Unabhängigkeitserklärung verlesen wird. Doch schon um Mitternacht (Ortszeit) läuteten Kirchenglocken den historischen Tag ein. Trommelrhythmen begrüßten den 54. Staat Afrikas.

In der Hauptstadt Juba hatten die Einheimischen bereits am Freitagabend mit Musik, Hupkonzerten und zahlreichen Veranstaltungen ihre eigenen Unabhängigkeitsfeiern gestartet. Die Einwohner des neuen Landes tanzten in den Straßen und riefen den Namen von Präsident Kiir. Kleinlaster und Privatwagen waren ebenso wie Straßenlaternen mit der neuen südsudanesischen Nationalflagge geschmückt. Plastikblumen verzierten mangels echter Blumenpracht die Hauptstraße am Flughafen.

Zu den Feierlichkeiten sind schon zahlreiche Ehrengäste eingetroffen, unter anderem Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Insgesamt werden etwa 30 Staatsoberhäupter erwartet. Auch der ehemalige US-Außenminister Colin Powell hat sein Kommen angekündigt - ebenso wie der sudanesische Präsident Umar al-Baschir.

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg mit Millionen von Toten war 2005 ein Abkommen geschlossen worden, das die Basis für die Unabhängigkeit des Landes legte. Die Einigung markierte einen Schlussstrich unter dem Konflikt zwischen dem arabisch geprägten Norden und dem überwiegend von Schwarzafrikanern bewohnten Süden. Im Februar hatte eine überwältigende Mehrheit der Südsudanesen für die Abkopplung vom Norden gestimmt. Deutschland erkennt den Südsudan mit der Unabhängigkeitserklärung offiziell an und ist in Juba mit einem Botschafter präsent.

Bei aller Freude über die Unabhängigkeit steht der neue Staat vor gewaltigen Herausforderungen. Er gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern in Afrika. Laut David Gressly, Chef der Uno-Friedenmission im Südsudan, wird die neue Regierung bis zu den nächsten Wahlen 2015 und vielleicht noch für eine gewisse Zeit danach Hilfe benötigen.

ulz/dpa/Reuters
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