Russland Neues Stalin-Denkmal in Sibirien enthüllt

Josef Stalin ist ein neues Denkmal gesetzt worden - in Ostsibirien wurde eine Büste des Sowjetdiktators enthüllt. Frühere Dissidenten zeigten sich entsetzt, der örtliche KP-Funktionär erklärte: Man müsse Stalin aufgrund von "Ergebnissen, nicht Emotionen" beurteilen.

Moskau - Ein Denkmal für den sowjetischen Diktator Josef Stalin ist in der ostsibirischen Stadt Jakutsk eingeweiht worden. Die Statue wurde einen Tag vor den Feierlichkeiten zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa enthüllt, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch berichtete.

Stalin habe eine wichtige Rolle beim Sieg über das Nazi-Regimes gespielt, sagte der örtliche Sekretär der Kommunistischen Partei, Kasbek Taissajew. Das Handeln historischer Persönlichkeiten müsse "aufgrund der Ergebnisse und nicht anhand von Emotionen beurteilt werden".

Die ehemalige sowjetische Dissidentin Ljudmila Alexejewa nannte die Errichtung des Denkmals hingegen unvertretbar. Die Diktatur Stalins war geprägt von einer Schreckensherrschaft, der Deportation ganzer Völker und dem Tod von Millionen Menschen, die erschossen wurden oder in Arbeitslagern ums Leben kamen.

Die Einstellung der Russen zu Stalin ist bis heute zwiespältig und schwankt zwischen der Verurteilung seiner Verbrechen und der Würdigung seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg beim Sieg über Nazi-Deutschland. Der Sieg über die Nationalsozialisten wird in Russland am 9. Mai gefeiert. Am Vorabend deutscher Zeit war 1945 die Kapitulation Deutschlands in Berlin unterzeichnet worden.

fab/AFP
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