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22. Juli 2019, 11:55 Uhr

Nach Anschlägen von Christchurch

Neuseeländer händigen fast 3300 Waffen aus

Die Regierung in Neuseeland hat nach den Anschlägen von Christchurch halbautomatische Gewehre verboten. Tausende Waffen sind nun innerhalb einer Woche zurückgegeben worden.

Bei dem Anschlag auf die Moscheen im neuseeländischen Christchurch Mitte März starben 51 Menschen. Als Konsequenz untersagte die Regierung halbautomatische Waffen. Nun hat die Polizei im Zuge eines Waffenrückkaufs bisher fast 3300 Waffen ausgehändigt bekommen.

Seit Beginn vergangener Woche habe es landesweit 25 Veranstaltungen gegeben, auf denen mehr als 2000 Menschen Waffen sowie Zubehör abgegeben hätten, teilte Polizeiminister Stuart Nash mit. Dafür hätten sie eine Entschädigung von mehr als 6,1 Millionen neuseeländische Dollar (etwa 3,7 Millionen Euro) erhalten. Er sprach von einer "großen Beteiligung".

Die Regierung stellte Ende Juni umgerechnet etwa 120 Millionen Euro für den Rückkauf halbautomatischer Waffen zur Verfügung. Besitzer solcher Waffen sollen bis zu 95 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten. Für die Rückgabe ist bis zum 20. Dezember Zeit.

Schätzungen zufolge gibt es in Neuseeland 13.500 halbautomatische Waffen. Eine solche hatte auch der mutmaßliche Attentäter von Christchurch verwendet. Diese Waffen gelten als besonders gefährlich, weil die Patrone beim Abdrücken sofort nachgeladen wird.

Premierministerin Jacinda Ardern kündigte zudem an, als Konsequenz aus dem Anschlag in den kommenden fünf Jahren ein Waffenregister zu schaffen. Es soll die Seriennummern von Waffen mit den Inhabern von Waffenlizenzen verbinden.

Bestimmte Gewehre, die etwa 96 Prozent des Waffenbesitzes in Neuseeland ausmachen, sind bisher nicht meldepflichtig.

cop/dpa

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