Neuseeland "Königliche Kommission" soll Christchurch-Attentat untersuchen

Neuseelands Premierministerin hat eine unabhängige Untersuchung des Anschlags auf zwei Moscheen in Christchurch angeordnet. So solle auch geklärt werden, "ob wir mehr hätten wissen können oder müssen".

Premierministerin Ardern spricht auf einer Pressekonferenz
Nick Perry/ DPA

Premierministerin Ardern spricht auf einer Pressekonferenz


In Neuseeland soll eine sogenannte Königliche Kommission zu den Hintergründen des Anschlags auf zwei Moscheen in Christchurch ermitteln. Sie besteht unter anderem aus Vertretern von Polizei, Geheimdienst, Zoll und Einwanderungsbehörde. Premierministerin Jacinda Ardern sagte, es müsse alles unternommen werden um herauszufinden, "wie sich dieser Terroranschlag ereignete und wie wir ihn hätten stoppen können".

Neuseeland sei zwar kein "Überwachungsstaat", sagte Ardern. Es gebe aber offene Fragen. "Eine Frage, die wir beantworten müssen, ist, ob wir mehr hätten wissen können oder müssen." In Neuseeland ist die britische Königin Elizabeth II. offizielles Staatsoberhaupt.

Video: Deutsche Muslime nach Christchurch - Wie groß ist die Angst nach den Anschlägen?

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Bei dem Anschlag während der Freitagsgebete am 15. März waren 50 Menschen gestorben. Dutzende weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Ein 28 Jahre alter Rechtsextremer aus Australien sitzt in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen vielfachen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Nur kurz nach dem Anschlag hatte Ardern angekündigt, dass bestimmte Waffen - darunter solche, die bei der Tat verwendet wurden - im Land künftig verboten seien. Für ihr Handeln in den vergangenen Tagen erfährt Ardern international viel Anerkennung.

aar/dpa/AFP

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finchen0598 25.03.2019
1. Jacinda Adern
Mir imponiert die offene und sehr transparente Weise mit der die Premierministerin mit den grauenvollen Anschlägen umgeht. Nicht nur ihre Empathie gegenüber den Opfern, sondern auch ihr Wille nicht nur zu reden, sondern auch politisch zu handeln. Sie eint ihr Neuseeland gegenüber Hass und Gewalt. Das ist für mich so eine Art ein Gegenentwurf zu Donald Trump, der ganz andere Prioritäten hat, wie man nach den Gewaltexzessen in Charlottesville sehen konnte. Allerdings gehören nun rechtslastige Wähler auch nicht zu Aderns Klientel.........
sista72 25.03.2019
2. beharrlich!
Beharrlich tritt PM Ardern auf, adressiert die Frage, "what we could have known" und noch wichtiger "what we should have known". Das finde ich gut und richtig. Und ebenso beeindruckt mich, dass sie zeitnah informiert und deutlich macht, wie weitere Wege sind. N.Z. ist sicher mit seinen 4.9. Mio Menschen und mit dem, was das Land sein möchte, ein besonderer Ort. Und dennoch halte ich dieses Verhalten für wegweisend, denn nur die weißen Suprematisten und andere Extremisten verlieren, wenn eine Nation von "They are us" ausgeht und Mitgefühl und "spirit of community" lebt. Insofern schaue dankbar auf die Art und Weise, wie PM Ardern agiert.
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