Attentat in Christchurch Neuseelands Parlament verschärft Waffengesetze

Mit einem halbautomatischen Gewehr tötete der Attentäter von Christchurch 50 Menschen. Nun hat das neuseeländische Parlament ein Verbot solcher Waffen beschlossen - mit nur einer Gegenstimme.

Al-Noor-Moschee in Christchurch: 50 Menschen starben bei rassistisch motivierten Anschlag
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Al-Noor-Moschee in Christchurch: 50 Menschen starben bei rassistisch motivierten Anschlag


Der Verkauf von sogenannten halbautomatischen Waffen ist in Neuseeland seit der Woche des Anschlags auf zwei Moscheen in Christchurch verboten. Nun hat das Parlament eine weitere Verschärfung der Waffengesetze beschlossen. Mit nur einer Gegenstimme stimmten die Abgeordneten für ein komplettes Verbot von halbautomatischen Gewehren. Die Besitzer von solchen Waffen, wie sie auch der Attentäter am 15. März benutzt hatte, haben nun bis Ende September Zeit, sie abzugeben.

Premierministerin Jacinda Ardern lobte die nahezu einstimmige Entscheidung des Parlaments. "Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie Waffen, die solch eine Zerstörung und Tod in einem solch großen Ausmaß verursachen können, jemals erlaubt wurden", sagte sie. In Deutschland - ebenso wie in den USA - sind halbautomatische Waffen nach wie vor erlaubt. Sie gelten als besonders gefährlich, weil der Schütze zwar jedes Mal neu abdrücken muss, die nächste Patrone dann aber sofort nachgeladen wird.

Als mutmaßlicher Attentäter sitzt ein 28 Jahre alter Rassist und Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Dem ehemaligen Fitnesstrainer Brenton Tarrant droht lebenslanges Gefängnis. Der Mann hatte seit 2017 einen neuseeländischen Waffenschein. Zumindest einen Teil der Waffen kaufte er legal übers Internet. Einen Termin für den Beginn des Prozesses gibt es noch nicht.

Bei der Abgabe von legal erworbenen halbautomatischen Waffen sollen die bisherigen Besitzer vom Staat Geld erhalten. Die Regierung stellt dafür umgerechnet etwa 120 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Besitzer von illegal erworbenen Waffen soll es eine Amnestie geben, wenn sie diese abgeben. Im Lauf des Jahres will Neuseeland noch härtere Regelungen für den Besitz von anderen Waffen verabschieden.

asc/dpa

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