New York Aus der Rettung wird die Bergung

Viele Einsatzkräfte in New York sind entmutigt: Die Hoffnung, in den Trümmern des World Trade Center noch Überlebende zu finden, ist äußerst gering. Aus den Rettungs- werden zusehends Bergungsarbeiten.


Trümmer des Trade Center: Kaum mehr Hoffnung auf Überlebende
DPA

Trümmer des Trade Center: Kaum mehr Hoffnung auf Überlebende



Washington/Sydney - Nach Einschätzung von New Yorks Polizeichef Bernard Kerik liegt die Zahl der vermissten Personen noch immer bei etwa 5400. "Mit jeder Stunde und Minute verringert sich unsere Hoffnung", sagte Kerik am Mittwoch dem US-Fernsehsender ABC. Die Rettungskräfte hätten zwar Hohlräume mit Luft unter den eingestürzten Gebäuden gefunden, aber keine weiteren Überlebenden. Zudem sei die Hitze in den unteren Ebenen extrem gewesen.

Nach Schätzung von Experten könnten die Arbeiten zur Abtragung der gewaltigen Trümmerberge noch sechs Monate andauern. 218 Leichen wurden bisher geborgen. Von den auf rund hundert geschätzten deutschen Todesopfern stammten nach Angaben des Auswärtigen Amtes die meisten aus Nordrhein-Westfalen (22) und Bayern (15).

"Ich kann nicht mehr atmen"

Zu den vermissten Personen gehört auch der Australier Andrew Knox. Er arbeitete zum Zeitpunkt des Anschlags im 103. Stock des Nordturms des World Trade Center, einige Stockwerke über dem Aufprallort eines der Flugzeuge. Kollegen des 29-Jährigen Bauarbeiters hatten ihn kurz nach dem Anschlag auf das World Trade Center über dessen Funktelefon erreicht und dies der Familie in einer E-Mail mitgeteilt.

Knox war demnach mit anderen Personen auf das Dach des World Trade Center geflüchtet. "Er (Knox) sagte, er könne nichts sehen und irgendetwas über den Rauch", schrieb der Kollege in der E-Mail. "Ich habe ihm gesagt, er solle nach Wasser suchen. Danach hatte er (Knox) seine Fassung wieder gewonnen und war fast ruhig", hieß es weiter. Später habe ein Kollege von Knox gesagt: "Andrew, "Ich kann nicht mehr atmen" und Andrew erwiderte, "Ich kann auch nicht atmen'." Danach hätten die Kollegen nichts mehr von Knox gehört.

Nach Angaben der australischen Regierung kamen 23 Australier bei den Anschlägen in den USA ums Leben, 32 werden noch vermisst.



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