New York Polizei untersucht verdächtiges Paket an Robert De Niro

Hollywoodstar Robert De Niro ist ein heftiger Kritiker von US-Präsident Trump. Berichten zufolge prüft die New Yorker Polizei nun ein verdächtiges Paket, das an die Firma des Schauspielers adressiert war.

Robert De Niro
REUTERS

Robert De Niro


Knapp einen Tag, nachdem US-Behörden mehrere mutmaßliche Paketbomben abgefangen hatten, ist die New Yorker Polizei wegen eines weiteren verdächtigen Pakets im Einsatz. Das berichten die US-Sender CNN und NBC unter Berufung auf Polizeiquellen. Das Paket ist demnach an den Sitz der Produktionsfirma und eines Restaurants des Schauspielers Robert De Niro im Stadtteil Tribeca in Manhattan adressiert gewesen.

Es weise Ähnlichkeit zu den Paketen auf, die am Vortag abgefangen worden waren, insbesondere sei als Absenderadresse das Büro von Debbie Wasserman Schultz angegeben - sie war von 2011 bis 2016 Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees. De Niro kritisierte Trump in der Vergangenheit wiederholt.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls sei niemand zu Hause gewesen, berichtete der Sender NBC unter Berufung auf die Polizei. Laut NBC befindet sich in demselben Gebäude in New York, in dem de Niro wohnt, auch ein Restaurant im Besitz des Schauspielers.

Die US-Bundespolizei FBI fing am Mittwoch mindestens acht verdächtige Pakete ab. Sie waren unter anderem an Ex-Präsident Barack Obama, die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, die demokratische Kongressabgeordnete Maxine Waters, aber auch an das CNN-Büro in New York adressiert.

Video: Secret Service fängt verdächtige Pakete an Clinton und Obama ab

Die Sendung an CNN bestand nach Polizeiangaben aus einer Metallröhre mit Drähten. Zum genauen Inhalt der Sendungen an Obama und Clinton gaben die Behörden hingegen zunächst nichts Genaueres bekannt, die "New York Times" berichtete von Sprengsätzen.

Nach dem Fund des verdächtigen Pakets mit einem potenziellen Sprengsatz hat Clinton die Arbeit der Sicherheitsbehörden gewürdigt. Sie sei dem Secret Service jeden Tag für seine Arbeit dankbar. Es sei eine "beunruhigende Zeit", fügte die 70-Jährige hinzu. "Es ist eine Zeit tiefer Spaltung, und wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Land zusammenzubringen."

Ein Risiko, dass die mutmaßlichen Paketbomben Obama oder Clinton hätten erreichen können, habe nicht bestanden, hieß es in einer Mitteilung des Secret Service. Die Pakete seien sofort als "potenzielle Sprengsätze" identifiziert und dann als solche behandelt worden. Inzwischen sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, um den oder die Absender zu ermitteln.

Das Weiße Haus verurteilte die "terroristischen" und "verabscheuenswerten" Taten gegen Obama und Clinton, die den oppositionellen Demokraten angehören. US-Vizepräsident Mike Pence verurteilte die "feigen" Aktionen, dankte den Sicherheitsbehörden für die schnelle Reaktion und versprach, die Schuldigen vor Gericht zu bringen.

Donald Trump erklärte anschließend ebenfalls via Twitter, er stimme seinem Stellvertreter "voll und ganz" zu - und teilte den Beitrag von Pence.

Bereits am Montag war ein mutmaßlicher Sprengsatz im Briefkasten des Milliardärs George Soros in Bedford, einem Vorort von New York, entdeckt worden. Der aus Ungarn stammende Soros ist ein Unterstützer der US-Demokraten und wird von Rechtspopulisten in den USA wie auch in seinem Herkunftsland heftig attackiert.

Trump hatte Soros kürzlich bezichtigt, Proteste gegen den neuen US-Verfassungsrichter Brett Kavanaugh finanziert zu haben.

asa/Reuters/dpa



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tinosaurus 25.10.2018
1. Armes Amerika
Was auch immer hinter den Bomben-Paketen stecken mag, unbestritten bleibt, dass Trump die Spaltung im Land stark anfeuert und den Hass an seine Anhänger weiter leitet. Man kann den Amerikanern nur wünschen, dass sie sich bald von diesem Albtraum befreien können. Trump stellt auch alle seine Vorgänger in den Schatten. Einen solch unfähigen, selbstverliebten und kriminellen Lügner hat das Land nicht verdient.
zardoz77 25.10.2018
2. Kennt man
Diesen Effekt kennt man. Ein Land mit über 300 Mio. Einwohnern und Schusswaffen. Da muss nur einer was in den falschen Hals kriegen, wenn einer wie Trump trötet und schon gibts nen Amoklauf. Diesmal gabs eben eine Bomben-reaktion. Die Woche wurde auch ein Grabscher festgenommen. Er bezog sich auf Trump, aber der Präsident hat doch gesagt: "grab them by the *ussy"
outsider-realist 25.10.2018
3. Bedenklich
Bedenklich ist, das es Trump nicht einmal schaden würde, wenn er die Päckchen selbst abgeschickt hätte. Zu Beginn seines Wahlkampfes als Präsidentschaftskandidat sagte Trump einen Satz, der mir bis heute noch in Erinnerung ist und aktuell belegt wie Recht Trump damals hatte. "Ich könnte auf der 5th Avenue jemanden erschiessen und die Leute würden mich trotzdem wählen". Für seine Anhänger sind die Päckchen fake, die lediglich dazu dienen, Trump zu diskreditieren. Er wird auch hier gestärkt aus der Sache kommen.
thinking_about 25.10.2018
4. Könnte man vielleicht
etwas mehr über die Absenderin der Pakete erfahren und was ist das Demokratische Nationalkomitee? Zitat: * Es weise Ähnlichkeit zu den Paketen auf, die am Vortag abgefangen worden waren, insbesondere sei als Absenderadresse das Büro von Debbie Wasserman Schultz angegeben - sie war von 2011 bis 2016 Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees. *
Aqualungs Breath 25.10.2018
5. Erschreckender Weise nicht erschrocken.
Was sollte man von diesem Idioten auch anderes erwarten, als eine Teilung des Landes. Nun hat sich ein noch größeer Trottel gefunden, der Trump s Worten Täten Folgen lassen wollte. Wenn man sich die Fehler bei den Adressen ansieht, muss man davon ausgehen, dass es ein treuer MAGA Fan ist. Aber wir brauchen nicht in die USA zu geben um Dummheit zu finden. Man sieh sich nur mal die Äußerungen des Herrn Kamall im EU Parlament an.
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