Die Lage am Samstag Liebe Leserin, lieber Leser,


unsere Helden sind nicht immer heldenhaft, das haben wir Ihnen in unserer letzten SPIEGEL-Ausgabe in der Enthüllungsgeschichte über die Fußballspieler und Steuertrickser Mesut Özil und Cristiano Ronaldo erzählt.

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Heft 50/2016
Football Leaks: Die geheimen Verträge der Profis

In dieser Woche geht es weiter mit den Football-Leaks. Diesmal berichten meine Kollegen in einem 20-Seiten-Komplex, dass etliche Helden des Fußballs Abhängige sind. Auch das dürfte unsere Vorstellungen von Heldentum irritieren. Immer mächtiger sind die Spielerberater geworden, sie halten sich die Profis wie Leibeigene, kassieren Honorare in Millionenhöhe und benehmen sich zuweilen wie Zuhälter oder Parasiten. Die Enthüllungen im neuen Heft lesen sich wie ein Krimi aus der Unterwelt der Bundesliga, deswegen haben wir uns auf dem Cover für eine Krimiästhetik entschieden. Der Fußballspieler als Marionette. Erkennen Sie, von welchem Logo wir uns haben anregen lassen? Richtig. Von dem des Filmklassikers "Der Pate".

Urängste

Sollten überregionale Medien darüber berichten, wenn in Freiburg eine junge Frau mutmaßlich von einem Flüchtling vergewaltigt und umgebracht wird? Schürt das Urängste? Wir haben uns dafür entschieden, den Fall gründlich zu recherchieren und erst dann die Frage zu stellen, wie relevant das alles ist. Heraus gekommen ist ein Komplex von zehn Seiten, denn wir sind tatsächlich auf interessante Aspekte gestoßen. Jan Friedmann recherchierte mit einem Team von Kollegen, wie die Tat in Freiburg aufgenommen wird. Meine Kollegin Laura Backes besuchte einen Aufklärungskurs für junge Flüchtlinge und stellte fest, dass viele der heranwachsenden Männer Scheu vor Frauen haben. Und mit der Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal sprachen wir darüber, warum das Thema Vergewaltigung in einem nicht gerade ereignisarmen Jahr so wichtig werden konnte.

Im Video: Der Sexualpädagoge Christian Zech über seine Aufklärungskurs für junge Flüchtlinge

DER SPIEGEL

Urerfahrungen

Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Winnetou auf der Leinwand starb? Ich war ein Kind, hatte kaum Erfahrung mit dem Tod von Menschen, die mir nahe sind - was soll ich sagen, Sie wissen es selbst, es war schrecklich. Was ist eigentlich Trauer? Trauern wir um den anderen oder nicht auch um uns selber, um das, was der andere aus uns hervorgeholt hat? Menschen, die uns nahe sind, sogar Filmhelden verändern uns. Der Wunsch, Winnetou, der Indianer, der noch ein echter Held gewesen ist, möge nach seinem Tod zurückkehren, ist ein Kinderwunsch, den uns das Fernsehen nun erfüllt. RTL hat Winnetou neu verfilmt. Mein Kollege Alexander Kühn verrät uns, was das für Filme sein werden, wie Winnetou aussieht und was Old Shatterhand tun wird. Schlimm nur, dass ein Winnetou, wenn er nun aufersteht, schon wieder wird sterben müssen.

Pierre Brice (l.) als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand
DPA

Pierre Brice (l.) als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand

Die Nachrichten der Nacht

Gewinner des Tages...

...ist Volker Beck. Der fühlt sich vielleicht selber nicht so, weil seine Kandidatur für den nächsten Bundestag gescheitert ist, aber für mich ist er ein Gewinner, weil er im Interview mit meiner Kollegin Ann-Katrin Müller und meinem Kollegen Christoph Schult Fehler einräumt. Es geht um die Drogen, mit denen er erwischt worden ist, und auch um seine unmöglichen Äußerungen zur Pädophilie Ende der Achtzigerjahre: "Das war eine völlig falsche Spur und ein schwerer Irrtum".

Volker Beck
DPA

Volker Beck

Im neuen SPIEGEL können Sie ebenfalls nachlesen, wie sich Merkels Gegenspieler organisieren, wie die Fortschritte in der medizinischen Diagnostik dazu führen, dass wir krank gemacht werden und welche Rolle gezielte Falschmeldungen im nächsten Wahlkampf spielen werden - nämlich eine große.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und ein schönes Wochenende,

Ihre

Susanne Beyer

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