Die Lage am Montag Liebe Leserin, lieber Leser,


es sind glückliche Tage für die russische Führung, es könnte gerade kaum besser laufen für Wladimir Putin. Die US-Geheimdienste sind einhellig zum Schluss gekommen, dass Russland mit Hacking-Attacken in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen habe, um Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Und was antwortet Trump? "Das ist lächerlich", sagt er. "Ich glaube das nicht."

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Heft 50/2016
Football Leaks: Die geheimen Verträge der Profis

Trump stellt sich gegen die eigenen Geheimdienste, deren geheimen täglichen Briefings er sich im Übrigen weitestgehend verweigert - mit der Begründung, er sei "schlau" und brauche sie nicht. Gab es je eine derartige öffentliche Konfrontation zwischen Präsident und Geheimdiensten? Die Nähe Trumps zu Russland wird eines der entscheidenden außenpolitischen Themen der nächsten vier Jahre - sie könnte die Weltordnung verändern.

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Ein Ölmanager als US-Außenminister?

Diese Nähe zeigt sich auch in Trumps aktuellem Favoriten für das Amt des Außenministers : Rex Tillerson. Der CEO des Ölkonzerns ExxonMobil verfügt über keine diplomatische Erfahrung, ist dafür Wladimir Putin aber seit zwei Jahrzehnten eng verbunden: 2013 erhielt Tillerson von Putin einen "Freundschaftsorden", er hat sich stets gegen Sanktionen ausgesprochen, führende russische Politiker äußern sich begeistert über ihn. In den USA kündigen dagegen nun selbst Republikaner wie John McCain Widerstand an, sie wollen eine Untersuchung der CIA-Vorwürfe. Es ist nicht sicher, dass der US-Senat Tillerson bestätigen würde. Doch Trumps grundsätzliche Absicht lässt sich klar ersehen: Er sucht die Nähe zu Putin um jeden Preis.

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WikiLeaks und die Bundestagswahl

Was das alles für Deutschland und den Bundestagswahlkampf bedeuten könnte? Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" meldet: Die vertraulichen Dokumente aus dem NSA-Untersuchungsausschuss, die WikiLeaks vor Kurzem veröffentlicht hat, entstammten wohl einem russischen Hackerangriff auf den Bundestag im März 2015. Das ist ein Hinweis darauf, dass Russland wohl versuchen wird, den deutschen Bundestagswahlkampf durch gezielte Leaks zu beeinflussen - wieder über WikiLeaks, das sich im US-Wahlkampf dafür instrumentalisieren ließ, E-Mails von Clintons Wahlkampagne zu veröffentlichen. Das sind beunruhigende Aussichten.

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Der IS erobert Palmyra

Einen peinlichen Rückschlag muss Putin in diesen Tagen doch hinnehmen: Der IS hat die antike syrische Oasenstadt Palmyra zurückerobert. Das ist vor allem eine symbolische Niederlage. Vor kaum einem halben Jahr feierten die Russen im römischen Amphiteater von Palmyra ihren Sieg über den IS mit einem klassischen Konzert. Die Flucht der Regimekräfte zeigt nun, wie schwach das Regime ohne massive Unterstützung Russlands und Irans ist - und dass es nicht in der Lage ist, an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Viele Kräfte wurden in den vergangenen Monaten nach Aleppo verlagert, wo Assad, Russland und Iran dabei sind, mit massiven Bombenangriffen den letzten Widerstand der Rebellen zu brechen. In der Nacht fanden Verhandlungen statt, um den verbliebenen Zivilisten und Kämpfern den Abzug zu ermöglichen - bislang ohne Ergebnis. Wenn Aleppo bald fällt, kann Assad den Fall Palmyras sicher verschmerzen.

Die Folgen der Anschläge in Kairo und Istanbul

Gleich zwei schwere Bombenattentate haben den Nahen Osten erschüttert: in Kairo, wo mindestens 25 Menschen in der koptischen Kapelle Sankt Peter und Paul starben, und in Istanbul, in der Nähe des Stadions des Fußballklubs Besiktas, wo mindestens 38 Menschen getötet wurden. Wer für das Kairoer Attentat verantwortlich ist, weiß man bisher nicht, doch es schwächt Staatschef Abdel Fattah el-Sisi, der seine repressive Herrschaft damit rechtfertigt, dass er die Stabilität im Land garantiere.

Zum Istanbuler Attentat bekannten sich die "Freiheitsfalken Kurdistans", eine Splittergruppe der PKK. Für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bedeutet der kurdische Terrorismus allerdings eine Stärkung: Die Attentate sind für ihn ein Argument für das Präsidialsystem, das er in seinem Land einführen will.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

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Gewinner des Tages

In New York wird heute der Portugiese António Guterres, 67, als neuer Uno-Generalsekretär vereidigt. Sein Amt wird er am 1. Januar antreten - und viele erhoffen sich, dass er die Vereinten Nationen wieder relevanter machen wird. Denn unter seinem Vorgänger Ban Ki Moon konnten sie wenig zur Lösung der internationalen Konflikte beitragen. Der ehemalige portugiesische Premier Guterres ist ein hochgeachteter Mann, allerdings ist die Macht eines Uno-Generalsekretärs begrenzt: Auch er wird die Blockade im Weltsicherheitsrat nicht im Alleingang aufbrechen können, auch er wird keines der ständigen Mitglieder davon abhalten können, seine Interessen mit militärischer Gewalt zu verfolgen. Trotzdem sei ihm viel Erfolg gewünscht.

Ihnen wünsche ich einen guten Wochenstart.

Herzlich,

Ihr Mathieu von Rohr

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insgesamt 30 Beiträge
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StefanZ.. 12.12.2016
1. Wie gewinnt man Wahlen?
Ich bin wirklich kein Fan der Republikaner und ihren Weltanschauungen, aber die geradezu bizarre Fokussierung auf die Art von Information Disclosure im Kontrast zu sichtbar gewordenem Fehlverhalten von Personen in Amt und Würde ist verrückt. Jeder der schon einmal im nationalen und internationalen zwischenstaatlichen Bereich gearbeitet hat wird mit Sicherheit die Maxime gelernt haben, dass man beruflich nichts schreibt, was man nicht eines Tages der Öffentlichkeit gegenüber verantworten kann. Und dieses Prinzip gilt selbstverständlich auch in den USA. Das hat mir eines Tages eine Ex-Ministerin unter G.W. Bush in einem persönlichen Gespräch genauso anvertraut. Wenn man das weis, wie kann dann eine WikiLeaks Geschichte unseren bevorstehenden Bundestagswahlkampf beeinflussen? Wir sollten uns viel eher um das staatliche Geschüffel in Bürgerangelegenheiten und die schamlose Industriespionage kümmern. Trump wird mir schon alleine dadurch sympathisch, dass der das gesamte Geschäftsmodel der Geheimdienste als illegale Informationsbeschaffer bezweifelt.
rwinter77 12.12.2016
2. Putin überall
Steckt Putin jetzt hinter allen unerwünschten Ereignissen dieser Welt? In den USA vwrsuchen Teile der Geheimdienstcommunity, die Legitimität ihres neuen Präsidenten in Zweifel zu ziehen und vergessen die Schützenhilfe durch dad FBI für Trump, als wenige Tage vor der Wahl erneute Untersuchungen gegen Clinton angekündigt wurden. Und natürlich sind nicht Millionen mündiger Wahlbürger und das antiquierte amerikanische Wahlsystem verantwortlich für Trumps Erfolg, sondern Putins Hacker und WikiLeaks. Aber die heutige Welt ist ja nur durch die Anti-Putin-Brille zu erkären! Interssanter wäre doch die Frage, wieso der IS immer noch tausende Kämpfer gegen Palmyra schicken kann, wo ihn doch eine ganze Allianz mit deutscher Beteiligung bekämpft! Sehr effektiv scheint dieser Kampf ja nicht zu sein.
thequickeningishappening 12.12.2016
3. # Palmyra
Historisch wichtig, strategisch nicht! Erst kommt Aleppo!
mangor221 12.12.2016
4.
Russland, Russland, Russland, der Russe hat Schuld, der Russe vernichtet die Welt, der Russe ist schuld am Krieg, alternativ natürlich Putin. Ist wieder 1962, gilt es Kommunisten zu jagen? Was ist im Moment mit den Medien los? Jeder, wirklich JEDER kann sich in Russland einen Server mieten, ist ganz leicht, die nehmen auch Paypal. Und wer da drüber dann Angriffe fährt der ist natürlich ein Russe.
weinstock111 12.12.2016
5. Falschmeldung
Der IS hat Palmyra bereits gestern fluchtartig verlassen Dann noch die Bemerkung Trumps Annäherung an Russland könnte die Weltordnung ändern ? Welche Weltordnung ? USA gut - Russland böse ? Die Menschheit könnte sich freuen wenn die 2 Grossmächte in Frieden zusammenarbeiten statt der seit mehr als 10 Jahren wieder aufgelebten Hetze und Kriegstreiberei des Westens -wie in der McCarthy Ära . In Mossul sterben zur Zeit mehr Zivilisten als in Aleppo - die sogenannten unterstützten "Guten Rebellen" in Aleppo stellen sich als Kämpfer von Al Nusra heraus (radikale Dschihadisten) die sich hinter den Zivilisten verstecken und bisher alle Hilfslieferungen verhinderten . Auch durfte die Bevölkerung nicht fliehen - das wird von US hörigen Medien natürlich nicht berichtet. Lesen sie mal die Presse in England , Spanien oder Dänemark. Uns bekannte Syrer fühlten sich 28 Jahre sicher und in Frieden unter dem Assad Clan - sicherer als unter einem von der CIA angezettelten Putsch radikaler Islamisten. Und das Schlimmste für die westlichen Medien wird der komplette Fall Aleppos sein wenn es keine Bombardements mehr gibt und Schauerbilder abgedruckt werden können. Wird noch diese Woche passieren.
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