Die Lage am Freitag Liebe Leserin, lieber Leser,


das wunderschöne Städtchen Taormina auf Sizilien wird heute und morgen Schauplatz des G7-Gipfels der führenden westlichen Industrienationen. Das historische Zentrum ist seit Tagen abgesperrt, 20.000 Soldaten und Polizisten sind im Einsatz, um die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen zu beschützen. Schulen und Geschäfte sind geschlossen.

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Heft 21/2017
Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.

Und natürlich wird wieder ein Gipfelteilnehmer im Mittelpunkt stehen: US-Präsident Donald Trump. Nach seinen poltrigen Auftritten bei EU und Nato in Brüssel, wo er unter anderem dadurch negativ auffiel, dass er sich beim Fototermin in die erste Reihe drängelte, dürfen wir gespannt sein, was er nun wieder anstellt. Es wird nichts Gutes sein. Dieser Mann ist leider schlicht ein Rüpel.

AFP

Böser, böser Freihandel

G7-Gastgeber Paolo Gentiloni und die meisten anderen Gipfelteilnehmer erhoffen sich von dem Treffen ein klares Bekenntnis zum Freihandel - das ist eine Forderung, der sich Protektionist Trump wenn überhaupt wohl nur halbherzig anschließen dürfte. Wie mein Kollege Peter Müller berichtet, hat sich Trump gerade erst wieder bei einem Treffen mit der EU-Spitze in Brüssel extrem abfällig über den Freihandel geäußert und dabei insbesondere die Deutschen attackiert: "Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen." Und: "Die Deutschen sind böse, sehr böse." Zwei, die sich in Taormina ganz bestimmt gegen Donald Trump verbünden werden, sind Kanzlerin Merkel und Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron. Wie zu hören ist, wollen sie den Gipfel nutzen, um Trump von seinem Plan abzubringen, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzukündigen. Trump hatte dies im Wahlkampf großspurig angekündigt, bislang dazu aber keine Entscheidung getroffen.

BILAN/ EPA/ REX/ Shutterstock

Jetzt darf Martin Schulz zum Kirchentag

In Berlin und Wittenberg wird heute der Evangelische Kirchentag fortgesetzt. Nachdem dort bereits Angela Merkel und Barack Obama einen vielbeachteten gemeinsamen Auftritt absolviert haben, darf dort heute nun SPD-Chef Martin Schulz reden, leider ohne Obama. Schulz ist auf eine katholische Schule gegangen, wirklich religiös ist er aber wohl nicht. Als Kind habe er an Gott geglaubt, doch dieser Glaube sei verloren gegangen, verriet Schulz vor einiger Zeit in einem Interview. "Für mich sind wir Menschen das Resultat eines natürlichen Prozesses, mit unserem Tod hört unsere geistige Existenz auf."

AFP

Gewinnerin des Tages ...

... ist Queen Elizabeth II. Die britische Königin ist stolze 91 Jahre alt, beeilte sich nach dem Anschlag auf das Ariana-Grande-Konzert in Manchester dennoch, so rasch wie möglich in die Stadt zu reisen. Die Königin besuchte unter anderem ein Krankenhaus, in dem Kinder behandelt werden, die bei der Terrorattacke verletzt wurden. Das ist eine schöne und wichtige Geste. Ganz nebenbei outete sich die Queen als Pop-Fan: Ariana Grande sei eine "sehr gute Sängerin", sagte sie. "Sie klingt sehr, sehr gut."

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, Ihr

Roland Nelles

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insgesamt 17 Beiträge
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Herr Jedermann 26.05.2017
1. Yes he can
TRUMP fordert und die NATO liefert. So wird es auch bei der Wirtschaft laufen. Zypries hat bei Ihrem Besuch in den USA einen Vorgeschmack davon erhalten WIE es laufen wird.
j.cotton 26.05.2017
2. Nur ein Rüpel?
Nein, Herr Nelles, viel zu kurz gesprungen! Sondern ein Rüpel, der die (politische) Welt und sein Land dauerhaft erändern wird. Beides wird nach Trump nicht mehr so sein/werden wie vorher. Auch weil in dieser verworrenen Weltlage immer mehr "Alleinentscheider", sprich "starke Männer" in die Politik drängen. (Und auch gewählt werden!) Der nächste kommt (mal wieder...) aus Österreich. Aber halt, war unsere Kanzlerin das nicht auch 2015? Nachträglich gesehen zwar eher intellektuell schwach geprägt, aber starker Alleingang, das muss man anerkennen!
udo l 26.05.2017
3. Der wohl wirklich Grund
dieser Endgleisungen ist wohl nicht den Tatsachen geschuldet. Dass Donald Trump zunehmend Probleme im eigenen Land an gleich mehreren Fronten hat, dürfte wohl dem größte Fan hierzulande aufgefallen sein. Das Wichtigste dürfte im Moment für ihn wohl sein, seine Wähler und Anhänger fest hinter sich zu stellen. So lässt sich wohl am besten Erklären weshalb die Wahlkampfretorik nicht endet: In Saudi-Arabien"der größte Deal ever, Jobs Jobs Jobs" in Israel "die größte Gefahr stellt der Iran dar" völlig ausser acht lassend, welche Entwicklung dort gerade vonstatt geht, und nun in der EU "es Schulden . der NATO alle anderen soviel Geld, welches ja fast alles die US Steuerzahler übernehmen und die Deutschen überfluten unser Land mit Autos. Alles Balsam für seine Wählerschaft, dieser sind die wirklichen Zusammenhänge völlig egal, ebenso wie den Trumpisten hier.
Scinken 26.05.2017
4. Queen = Pop-Fan?
Ich bezweifle sehr stark, dass die Queen ein großer Ariana Grande Fan ist. Die zitierten Aussagen sind ja wohl das 08/15-Lob für jeden Sänger/-in: klingt sehr gut. Wow!
cosmo9999 26.05.2017
5.
so langsam könnte sich SPON mal langsam wieder wichtigen Dingen zuwenden. Trump hier Trump da, von 10 Artikeln sind 6 über Trump oder seine Familie oder seine Nachbarn oder sein Anwesen. Wir hab Wahljahr und mich interessiert mehr wie es hier weiter geht, denn ich lebe in Deutschland und nicht in den F***k USA. Ob Amerikaner nun Krankenversichert sind oder nicht ? Mich interessiert mehr wie es mit unseren Sozialsystemen weitergeht. Sie sollten mal lieber sich auf die Informationspflicht auf dringende Deutsche Probleme beschränken. Überall Nebenschauplätze eröffnen bringt uns hier garnicht weiter. Oder hat Deutschland schon den Status der Vollkommenheit erreicht nur ich habe es noch nicht mitbekommen. Haben wir schon hier den Lebensstandard der Schweiz oder Norwegens? Wo unsere Regierenden doch alle 5 Minuten behaupten was für großartige Taten sind schon vollbracht haben, allen voran Frau Dr. , Herr Kauder, Herr Schäuble und nicht zu vergessen Herr Spahn. Wir haben genug eigene Probleme , welche Lösungen dringend benötigen.
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