Die Lage am Dienstag Liebe Leserin, lieber Leser,


Hillary Clinton steckt in einem Zweifrontenkampf fest. Donald Trump kündigt eine Schmutzkampagne gegen sie an. Und ihr parteiinterner Rivale Bernie Sanders will sie bei den heutigen Vorwahlen in Oregon und Kentucky erneut besiegen. Obwohl Sanders Clintons Vorsprung bei der Zahl der Delegierten nicht mehr aufholen kann, wären zwei weitere Niederlagen peinlich für sie. Clinton hofft, zumindest in Kentucky gewinnen zu können. Die Ergebnisse lesen Sie in der Nacht zu Mittwoch bei SPIEGEL ONLINE und ab 6 Uhr hier in Ihrem Newsletter.

Getty Images

Maas nennt AfD nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 20/2016
Erst VW, jetzt Opel: Eine deutsche Industrie-Affäre

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) fährt gerne scharfe Attacken gegen die AfD und ihre Vorsitzende Frauke Petry. In einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE legt er jetzt nach: "Die AfD - das sind Brüder im Geiste von Wladimir Putin, Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan: nationalistisch, autoritär und frauenfeindlich", schreibt Maas. "Unser Land hat eine trübe Vergangenheit, aber die Generation unserer Eltern hat ein modernes Deutschland geschaffen: weltoffen und liberal im Innern, gute Nachbarn und friedliche Partner nach außen. Natürlich ist unser Land nicht perfekt, aber eines ist klar - die Rechtspopulisten sind keine gute Alternative für Deutschland."

AFP

Neue Friedensgespräche zu Syrien in Wien

In Wien treffen sich heute erneut die Außenminister der sogenannten Internationalen Unterstützergruppe, um mögliche Wege zu einem Frieden in Syrien auszuloten. Mit am Tisch sitzen unter anderem die Vertreter Russlands, der USA, der EU, der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen. Die US-Regierung hat verkündet, dass die Anti-IS-Koalition inzwischen 45 Prozent des einst von der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak gehaltenen Territoriums zurückerobert habe. Mehr lesen Sie hier.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier:

Grauenvoller Alltag

Wer glaubt, nur in Höxter passieren schreckliche Dinge, sollte die Terminankündigungen deutscher Gerichte lesen. Hier einige Beispiele für diesen Dienstag: In Aachen fällt das Urteil im Mordprozess gegen Eltern, die einen jungen Mann nach einer Onlinebekanntschaft mit ihrer Tochter getötet haben sollen. In Frankfurt/Main: Auftakt im Prozess gegen einen 85-Jährigen, der seine Frau nach 62 Jahren Ehe umgebracht haben soll. In Saarbrücken: Prozess wegen Totschlags gegen 28-Jährigen, der seinen Eltern die Schädel zertrümmert haben soll.

U.S. Embassy

Gewinner des Tages

... ist für mich Philip D. Murphy, der frühere US-Botschafter in Deutschland. Statt die Füße hochzulegen, kandidiert Multimillionär Murphy für den Posten des Gouverneurs von New Jersey. Der frühere Banker war ein prima Botschafter in Berlin und wäre sicherlich auch ein guter Gouverneur. Amtsinhaber Chris Christie darf laut Gesetz bei der Wahl nicht mehr antreten. Christie ist schon jetzt kaum mehr vor Ort, sondern hofft in der Regierung eines möglichen Präsidenten Donald Trump auf einen hohen Posten.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

Mit besten Grüßen,

Roland Nelles, Politikchef SPIEGEL ONLINE

Mehr zum Thema
Newsletter
DIE LAGE: Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen


insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
thequickeningishappening 17.05.2016
1. Wetten dass
es sich die Superdeligierten nach California doch noch anders ueberlegen werden?
Havel Pavel 17.05.2016
2. Das ist auch gut so!
Eine Hillary Clinton als Präsidentin der USA wäre eine Katastophe und anscheinend wird das auch immer mehr Amerikanern bewusst.
alexschneider75 17.05.2016
3. Clintons Vorsprung
Ja, Clinton hat einen deutlichen Vorsprung, was die Anzahl der Delegierten angeht, aber auch sie kann es nicht mehr schaffen, vor der Convention auf die erforderliche Zahl an Pledged Delegates zu kommen. Die Superdelegates zählen nicht, da sie erst an der Convention abstimmen und jederzeit das Lager wechseln können. Die Convention wird interessant, da das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist. Die Demokratische Partei tut zwar alles, damit Clinton gekrönt werden kann (siehe das undemokratische Chaos gerade in Nevada), sie sollte aber erst einmal Kalifornien abwarten. Es wäre wünschenswert, wenn SpOn endlich einmal korrekt berichtet und nicht von der Unvermeidbarkeit Clintons ausgeht, wie bereits seit dem Beginn ihrer Kandidatur.
LorenzSTR 17.05.2016
4. Prima Botschafter
Ja, ein Multimillionär und Ex-Banker ist natürlich der Botschafter überhaupt - und wenn er jetzt noch, wie alle fleißigen Tätigkeitsmenschen, anstatt die Füße hochzulegen oder einfach mal still nachzudenken, einen auf Gouverneur macht, also quasi wie als Botschafter einen PR-Termin nach dem anderen absolviert, weil Politik hat im Neoliberalismus eben noch höchstens jene PR-Funktion, dann ist er natürlich Ihr Gewinner des Tages.
juyagar2012 17.05.2016
5. peinlich ist
dass die Wahlsystemin den USA mit demokratische Wahlen wenig zu tun hat., wenn die Stimmen von gewissen Leute 1000 mal mehr wert ist als anderen und einen Ausweis oder Geburtsschein nicht für Wahlbeteiligung ausreicht und dass man sich für eine Partei schon vorher registrieren muss. So wurden viele Stimmen der demokraten absichtlich als liberal abgeöndert worden, damit sie nicht für Sanders stimmen könnten. So eine farce das ganze. Dazu kommten die Spenden meine Güte , was ist daran so demokratisch?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.