Die Lage am Donnerstag Liebe Leserin, lieber Leser,


dieses Lachen kann ich nicht mehr vergessen - das Lachen des syrischen Uno-Botschafters Baschar Dschafaari, der von einem Journalisten in New York gefragt wird, ob sein Regime verantwortlich sei für das Bombardement der zwei größten Krankenhäuser in Ost-Aleppo. Und Dschafaari lacht einfach nur, wie ein Filmbösewicht, der sich unantastbar fühlt.

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Heft 39/2016
Entspannen und bewegen - in gesundem Gleichgewicht

Und unantastbar ist er ja auch. Seit einer Woche bombardiert das syrische Regime, unterstützt von Russland, ununterbrochen die von Rebellen gehaltenen Gebiete, die beiden wichtigsten Krankenhäuser mussten ihren Betrieb einstellen. Die medizinische Versorgung droht zusammenzubrechen. Jetzt warnte US-Außenminister John Kerry seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow in einem Telefonat, man werde die Syrien-Gespräche mit Russland abbrechen, sollten die Angriffe auf Aleppo weitergehen. Der Westen verharrt angesichts der Ruchlosigkeit des syrischen Regimes und seiner Helfer weiter in seiner Ohnmacht. Und Dschafaari lacht.

DPA

75 Jahre Massaker von Babi Jar

Vor 75 Jahren erschossen deutsche SS-Männer und Polizisten am Stadtrand von Kiew 33.771 jüdische Männer, Frauen und Kinder. SPIEGEL ONLINE erinnert an das Massaker in der Schlucht von Babi Jar am 29. und 30. September 1941. Die Wehrmacht unterstützte den Massenmord. "Babi Jar demonstrierte zusammen mit dem Massaker von Kamenez-Podolsk einige Wochen zuvor, dass die 'Endlösung' das Ausmaß annehmen konnte, das wir heute den Holocaust nennen", sagt der amerikanische Historiker Timothy Snyder im Interview. "Weltgeschichtlich gesehen sind 75 Jahre kaum mehr als ein Wimpernschlag", schreibt SPIEGEL-ONLINE-Chefredakteur Florian Harms. "Aber sie scheinen auszureichen, dass viele Menschen die Lehren der Geschichte vergessen." Heute besucht auch Bundespräsident Joachim Gauck Babi Jar.

DPA

Die Sorgen von Volker Kauder

Volker Kauder ist alarmiert wegen der zunehmenden Anfeindungen gegen die Demokratie in Deutschland. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE mahnt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Demokraten müssten zusammenstehen. Dazu gehöre es auch, einen Nachfolger für Joachim Gauck zu finden, der "eine breite Zustimmung aller Demokraten erhält". Die Bundespräsidentenwahl habe diesmal eine besondere Bedeutung. Es gehe "mehr denn je darum, unserem Land und unserer Demokratie einen Dienst zu erweisen - und nicht irgendeiner Parteienkonstellation". Lesen Sie das ganze Interview heute Vormittag auf SPIEGEL ONLINE.

DPA

MH17 und die Fakten

Eine internationale Untersuchungskommission legt nach einer zwei Jahre dauernden Ermittlung exakte neue Beweise zum Abschuss von MH17 vor: Die Tatwaffe war ein russisches Buk-Raketensystem, das im Gebiet der prorussischen Separatisten stationiert war und anschließend über die Grenze zurück nach Russland gebracht wurde - die Ermittler haben eine Liste von 100 Personen erstellt, die verdächtigt werden, in das Verbrechen involviert zu sein. Russland reagiert darauf, wie es auf alle bisherigen Erkenntnisse und Beweise reagiert hat: alles abstreiten und den Westen beschuldigen. Es will der Welt weismachen, dass es keine Fakten mehr gebe, sondern nur Meinungen.

AFP

Der letzte große Staatsmann Israels

Es wird wohl kein israelischer Staatsmann mehr mit solchen Emotionen verabschiedet werden wie Shimon Peres. Der Ex-Präsident, im Alter von 93 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben, war der letzte große Politiker aus der Generation der Gründerväter. Er war einer der Begründer des israelischen Militärs, setzte sich später zeitlebens für eine Friedenslösung im Nahen Osten ein. Peres war wohl die letzte öffentliche Figur, auf die sich im politisch tief gespaltenen Land noch die meisten Bürger einigen konnten. In Jerusalem findet heute eine Gedenkfeier für ihn statt, sein Sarg soll vor dem Parlament aufgebahrt werden, damit die Bürger von ihm Abschied nehmen können. Am Freitag werden die sterblichen Überreste von Shimon Peres auf dem Nationalfriedhof, dem Herzlberg, beigesetzt.

Antworten zur Krise der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. An den Finanzmärkten wetten Investoren bereits auf eine Pleite des größten deutschen Geldhauses. Der Aktienkurs fällt. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob der Staat sie retten soll. Was bedeutet das für die Kunden? Lesen Sie hier die Analyse meines Kollegen Stefan Kaiser.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

REUTERS

Verlierer des Tages...

... ist Blackberry. Ja, auch ich hatte eines dieser schwarzen Geräte mit den Tasten, die vor langer Zeit, in den frühen Nullerjahren, noch ein Statussymbol waren. Nach der Erfindung von Apples iPhone waren sie plötzlich unhandliche Klötze. Blackberry hat es nie wieder geschafft, cool zu werden. Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen die Produktion von Smartphones einstellt. Blackberry ist das neue Nokia.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Herzlich,

Ihr Mathieu von Rohr

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
StefanZ.. 29.09.2016
1. Anfeindungen gegen Demokratie?
Bin sehr gespannt auf diesen Artikel. Es gibt in unserer Gesellschaft und auch global enorme Fehlentwicklungen und Gefahren, die dringendst auf dem Niveau der Grundursachen angepackt gehören. Eine angebliche Anfeindung der Demokratie in Deutschland gehört mit Sicherheit nicht dazu. Eine faktische Pervertierung der Demokratie-Auslegung allerdings ist nicht zu bestreiten. Wenn die heutige Politiker- und Parteigänger-Generation behauptet, dass wir den paradiesischen Zustand der nicht mehr verbesserungsfähigen und -nötigen Demokratie erreicht hätten, dann ist damit die wirkliche Gefahr benannt. Unser System ist anscheinend nicht mehr fähig sich ernsthaft zu modernisieren und weiterzuentwickeln. Da müssen schon Voodoo-Argumente auf dem Niveau von Erbsünde und genetisch bedingter Ethik-Minderwertigkeit der Deutschen herhalten, um Reformen in Richtung echter Demokratie schon im Keim zu ersticken und zu tabuisieren. Ist ja auch praktisch so für diejenigen, die sich in der Politik tummeln ohne tiefere Anliegen im Sinn zu haben.
i.dietz 29.09.2016
2. Das Lachen des syischen Uno-Botschafters
ist einfach nur grotesk und zeigt die Geisteshaltung des politischen Regimes ! Warum wird der Mann nicht vor die Tür gesetzt ???
jetrabbit 29.09.2016
3.
Russland hat seine Beweise zu MH17 veröffentlicht. Die Ukraine, USA und Holland haben ihre Beweise noch nicht veröffentlicht. Objektiv gesehen sollte sofort ein Faktencheck geführt werden. Das geschieht aber nicht. Jeder Glauben und Beteuerung kann einem Faktencheck nicht standhalten. Das ist die bittere Wahrheit bis dato.
pit.duerr 29.09.2016
4. Die verschiedenen Artikel
sind schon sehr hübsch zu lesen. Ich beziehe mich nur auf zwei mit zwei kurzen Kommentaren. 1. Das Lachen des syrischen Diplomaten. Gut ,er lacht. Na und. Das haben die weltweiten Schützer von Freiheit und Demokratie und sonstigen Sachen, also die USA Diplomaten, nach dem Bombenterror vom IRAK, AFGHANISTAN, LIBYEN,SYRIEN auch getan. Und da wurden nachweislich auch Krankenhäuser, Zivilisten und Hochzeitsgesellschaften getroffen, getötet, ausradiert. Also schön die Füße still halten ! 2. Der Abschuß von MH 17. War doch klar, schon 2014, wer da die alleinige Schuld trifft. Dbzgl. wurde, auch von westdeutschen, ach ne gesamtdeutschen Medien, die Bevölkerung vorbereitet. Klar ,die Russen, die Bösen waren das. Es wäre ne echte Überraschung gewesen, wäre etwas anderes rausgekommen. Wie war das mit der Wahrheit, die zuerst stirbt. Hier starb sie schon Tage Wochen, Monate, vor diesem Abschuß. Und nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Siehe auch oben genanntes Syrien Thema. Kann sein, das die Russen da die Hände drin hatten, beim Abschuß, muß aber nicht unbedingt sein. Kiew könnte auch ne Rolle gespielt haben. Aber das paßt ja nun überhaupt nicht ins weltpolitische Gesamtbild.
stefan.p1 29.09.2016
5. Wenn es wirklich um Menschenleben geht,
müssten die Unterstützer der Rebellen aufhören Waffen zu liefern, dann wird auch nicht mehr gebombt! Aber dem Westen geht es nicht um Menschenleben sondern in erster Linie um die Ausweitung des westlichen Einflußbereichs. Wer was anderes schreibt ist ein Lügner und Heuchler! Ich behaupte nicht das Assad oder auch Putin unschuldig sind -aber die Rebellen oder deren Unterstützer sind nicht besser.
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