NGO-Bericht Assad soll wiederholt Streubomben eingesetzt haben

Menschenrechtler werfen dem Assad-Regime den "massiven Einsatz" von Streubomben vor - laut einer Studie sterben in Syrien deutlich mehr Menschen durch die geächteten Waffen als im Rest der Welt.

Rauchsäule über Homs (Archivbild): NGOs kritisieren Streubomben-Einsatz in Syrien
REUTERS

Rauchsäule über Homs (Archivbild): NGOs kritisieren Streubomben-Einsatz in Syrien


Beirut/Genf - Mehr als 300 Nichtregierungsorganisationen haben der syrischen Regierung den Einsatz von Streubomben in großem Ausmaß vorgeworfen. Seit Mitte des Jahres 2012 setze die syrische Regierung im Konflikt mit der Opposition "massiv" Streumunition ein, heißt es in dem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht der Koalition gegen Streumunition. Dem Verbund gehören 350 Organisationen aus 90 Ländern an.

Die Anwendung von Streumunition durch Syrien in der zweiten Jahreshälfte 2012 und der ersten Jahreshälfte 2013 habe "zahlreiche zivile Opfer" zur Folge gehabt, heißt es in dem Bericht, der maßgeblich von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) verfasst wurde. Demnach wurden mindestens 165 Menschen in Syrien durch Streubomben getötet. In anderen Ländern seien weitere 25 Menschen eindeutig als Opfer von Streubomben identifiziert worden.

Beim bislang letzten registrierten Angriff seien solche Bomben am 1. März über einem Wohngebiet abgeworfen worden, als Kinder auf der Straße spielten. Mindestens 19 Menschen seien dadurch getötet und 60 verletzt worden.

Der Bericht gibt einen Überblick über die Verwendung dieser weitgehend geächteten Waffen, die durch die Konvention zum Verbot von Streumunition seit 2010 nicht mehr erlaubt sind. Bis Ende Juli 2013 schlossen sich 112 Staaten der Konvention an, welche die Anwendung, Herstellung, Lagerung und den Verkauf solcher Waffen verbietet. Syrien ist kein Unterzeichnerstaat.

Es sei "wahrscheinlich", dass in Syrien eingesetzte ägyptische und russische Streubomben vor dem aktuellen Konflikt ins Land gebracht worden seien, heißt es in dem Papier weiter. 17 Staaten stellen trotz der breiten internationalen Verurteilung dieser Waffen weiterhin Streumunition her oder behalten sich das Recht vor, dies in Zukunft zu tun. Von diesen Staaten haben drei in der Vergangenheit selbst Streubomben eingesetzt: Israel, die USA und Russland.

Streubomben setzen viele kleine Bomben über große Flächen frei. Diese Flächen bleiben wegen der großen Zahl von Blindgängern auch nach dem Ende eines Konflikts gefährlich. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft. Wer nicht sofort getötet wird, überlebt meist schwer verstümmelt.

fab/AFP/dpa



insgesamt 143 Beiträge
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frubi 04.09.2013
1. .
Zitat von sysopREUTERSMenschenrechtler werfen dem Assad-Regime den "massiven Einsatz" von Streubomben vor - laut einer Studie sterben in Syrien deutlich mehr Menschen durch die geächteten Waffen als im Rest der Welt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ngos-werfen-assad-einsatz-von-streubomben-vor-a-920347.html
Und mit Riester-Fonds werden die Firmen durch uns finanziert, die solche Streubomben herstellen oder die Herstellung finanzieren. Wir im Westen ersticken irgendwann an unserer Heuchelei. Wir sind nicht die Guten.
frankmerkel 04.09.2013
2. naja Assad
ist ja auch kein "Lieber"! Aber da er nicht unterzeichnet hat und die USA selber welche einsetzen reicht auch das (neben den unbewiesenen und wahrscheinlich erlogenen Behauptungen vom C- waffeneinsatz ) nicht als Begründung für einen Angriffskrieg.
Thom-d 04.09.2013
3.
Zitat von sysopREUTERSMenschenrechtler werfen dem Assad-Regime den "massiven Einsatz" von Streubomben vor - laut einer Studie sterben in Syrien deutlich mehr Menschen durch die geächteten Waffen als im Rest der Welt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ngos-werfen-assad-einsatz-von-streubomben-vor-a-920347.html
Wie NG sind eigentlich diese angeblichen NGOs, die Kriegspropaganda gegen die Assad-Regierung betreiben? Dem Artikel zufolge wären 300 der 350 NGOs wohl sehr zweifelhaft
roline 04.09.2013
4. sturmreif
Zitat von sysopREUTERSMenschenrechtler werfen dem Assad-Regime den "massiven Einsatz" von Streubomben vor - laut einer Studie sterben in Syrien deutlich mehr Menschen durch die geächteten Waffen als im Rest der Welt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ngos-werfen-assad-einsatz-von-streubomben-vor-a-920347.html
na, jetzt werden langsam die letzten gehirnwindungen sturmreif geschossen. mal gucken, was in den nächsten tagen noch so plötzlich zum vorschein kommt
hackevoll 04.09.2013
5. Bloß nichts machen
werden wohl wieder viele Kommentatoren sagen. Schließlich weiß man nich genau, wer es war, vielleicht hatten ja Rebellen nichts besseres zu tun, als Flugzeuge umzulackieren, um sich als Assad-Militär auszugeben. Und so weiter.... Und da kann jemand schön weitermachen, Giftgas, Streubomben,... vielleicht probieren wir mal was neues, biologische Waffen oder so? Die Welt diskutiert ja eh nur um Beweise rum, scheint keinen zu jucken, dass hier die Bevölkerung systematisch vernichtet wird. Wenn jemand fragt, einfach sagen, es gibt ja keine Beweise dafür...
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