Schottland und die Unabhängigkeit Sturgeon will neues Referendum bei No-Deal-Brexit

In einem Referendum stimmte 2014 die Mehrheit der Schotten dafür, Teil Großbritanniens zu bleiben. Schottlands Regierungschefin Sturgeon will das Volk im Fall eines No-Deal-Brexits erneut befragen.

Nicola Sturgeon und Robert Habeck in Berlin: "Klare Haltung gegen einen britischen EU-Austritt"
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Nicola Sturgeon und Robert Habeck in Berlin: "Klare Haltung gegen einen britischen EU-Austritt"


Die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon hat im Falle eines ungeordneten Brexits ein neues Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands angekündigt. "Wir sollten dies dann 2020 ins Auge fassen", sagte Sturgeon in Berlin.

Sie riet der EU, einer erneuten Verlängerung des Brexit-Datums zuzustimmen, sollte Großbritannien dies beantragen. Premierminister Boris Johnson versuche verzweifelt, die EU zum Schuldigen für einen Austritt ohne Vertrag zu machen, begründete sie ihre Position. Die EU sollte deshalb alles tun, um diese Schuldzuweisung zu vermeiden.

Sturgeon verteidigte die Forderung nach einer zweiten Volksabstimmung in Schottland. Es sei demokratisch, wenn sich die Bevölkerung in einem zweiten Referendum unter geänderten Umständen für eine andere Mehrheit entscheiden könne, sagte sie mit Blick auf das erste Referendum, in dem sich eine Mehrheit gegen einen Austritt Schottlands aus dem Vereinigten Königreich ausgesprochen hatte.

Treffen mit Grünenchef Habeck

Während ihres Deutschlandbesuchs traf sich Sturgeon auch mit dem Parteichef der Grünen Robert Habeck. "Die ökologische Agenda der schottischen Regierung ist weitaus ambitionierter als die unserer Bundesregierung", teilte Habeck nach dem Gespräch in Berlin mit, das er als "intensiv" beschrieb. "Wir teilen darüber hinaus die klare Haltung gegen einen britischen EU-Austritt und haben unser gemeinsames Interesse an einem Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union bekräftigt."

Sturgeon war am Vorabend in Potsdam für ihren proeuropäischen Kurs mit dem M100 Media Award ausgezeichnet worden.

asa/Reuters



insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
HerrPeterlein 18.09.2019
1. Schottland schart schon mit den Hufen
Das UK, also England, will es nicht wahr haben, dass Schottland Teil der EU sein und bleiben will. Nicht die Unabhängigkeit ist das Ziel (was soll man auch als Zwergstaat erreichen), sondern der Verbleib in der großen europäischen Union. In Nordirland merkt man auch die Veränderungen der letzten 20 Jahre, einer ganzen Generation. Die nicht wirtschaftlich schlechter dastehen wollen als heute, nur weil in England die alten Menschen irgendwelche Träume haben.
rudig 18.09.2019
2. naja,
ohne die Unterstützung von London ist Schottland, besonders da das Nordseeöl zu Ende geht, ein armes Land. Nur vom , zugegeben sehr guten Whiskey, kann man nicht leben. Falls die EU Schottland dann aufnimmt, was ich nicht glaube, hätten wir einen weiteren Nettoempfänger und England wäre die Last los. Ich glaube nicht, daß das eine gute Sache für die EU wäre, besonders da wir mit England den zweithöchsten Nettozahler und wahrscheinlich wichtigsten Partner verlieren.
FrankDunkel 18.09.2019
3.
Ich stelle mir gerade den Union Jack ohne Blau vor. Wird immer realistischer.
hausfeen 18.09.2019
4. Boris wird die Armee schicken. Das ist sicher.
Da kennt er nix, so wie die Spanier bei den Katalanen. Dabei ist theoretisch Schottland der Herr im Haus. Die Engländer hatten den Krieg gegen Schottland verloren. Durch eine Intrige haben sie sich nach vorn gemogelt. So wie Boris das jetzt gemacht hat.
p.u. baer 18.09.2019
5. Scotish Independence Now!
Die SNP ist vermutlich die einzige, dem Namen nach nationalistische Partei, die Demokraten guten Gewissens unterstützen können. Das Unabhängikeitsvotum ging ja damals recht knapp für den Verbleib im United Kingdom aus, insbesondere WEIL die Schotten in der EU bleiben wollten. Umso fataler, daß sie nun durch ebenjenes Dissoziated Kingdom - respektive durchEngland - möglicherweise aus der EU hinauskatapultiert werden. Und das auch noch unter höchst fragwürdiger Kaltstellung des Parlamentes. Ein unabhängiges Schottland sollte mit offenen Armen empfangen und schnellstmöglich in die EU zurückkehren dürfen. Die großartigen Schotten hätten es allemal verdient!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.