Frankreich Ex-Präsident Sarkozy verkündet Rückkehr in Politik

Er will zurück ins Rampenlicht: Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat sein Comeback auf der politischen Bühne verkündet. Er will zunächst für den Vorsitz der UMP-Partei kandidieren.


Paris - Knapp zweieinhalb Jahre nach seiner Wahlniederlage kehrt Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy in die Politik zurück. Der konservative Politiker verkündete am Freitag auf seiner Facebook-Seite, er wolle für den Vorsitz der UMP-Partei kandidieren, die er bereits von 2004 bis 2007 anführte. Dies gilt als erster Schritt für eine Kandidatur bei der Wahl eines Staatspräsidenten 2017.

"Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, den Franzosen eine neue politische Alternative anzubieten", schrieb der 59-Jährige: "Ich bin Kandidat für die Präsidentschaft meiner politischen Familie."

Sarkozy war bereits von 2007 bis 2012 französischer Präsident. Im Mai 2012 unterlag er bei den Präsidentschaftswahlen nach nur einer Amtszeit seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande.

Um ein mögliches Comeback des Konservativen hatte es zuletzt einige Spekulationen gegeben. Viele UMP-Mitglieder sehen in ihm den einzigen Kandidaten ihrer Partei, der die Chance hat, die Präsidentschaftswahl 2017 zu gewinnen.

Sarkozy kündigte an, die kriselnde Partei von Grund auf umzukrempeln. Er wolle aus ihr ein breites Sammelbecken ohne die "traditionellen Spaltungen" machen. Nach seiner Niederlage am 6. Mai 2012 habe er "den unabdingbaren Abstand nehmen können, um den Ablauf seiner Amtszeit zu analysieren und Lektionen daraus zu ziehen".

Sarkozy ist allerdings in zahlreiche Justizverfahren verwickelt, unter anderem geht es um Bestechung, den Verdacht der Korruption sowie um illegale Einflussnahme und Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses. Anfang Juli untersuchte die Staatsanwaltschaft in Paris, wieso Sarkozys konservative Partei UMP teilweise Strafzahlungen übernahm, die er wegen der Überziehung seines Wahlkampfbudgets selbst hätte begleichen müssen.

bka/Reuters/AFP



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
e.pudles 19.09.2014
1. Bling bling is back
So viel zur Glaubwürdigkeit der Politiker. Nach seiner Wahlniederlage erklärte er " Ich ziehe mich heute definitiv aus der Politik zurück".
europaboy 19.09.2014
2. Hoffentlich schafft er es
Hoffe, dass er es wieder bis nach ganz oben schafft. Gute Ideen hatte er ja, wer weiß, vielleicht klappt es mit der zweiten Amtszeit ja
seine-et-marnais 19.09.2014
3. Bizarr
Sarkozy der vor 10 Jahren morgens beim Rasieren in den Spiegel schaute und sich als Präsident sah, rennt mit einem Stoppelbart durch die Gegend. Das Ganze dient doch nur dazu dass er glaubt 2017 Präsident werden zu können. Dafür muss er erstmal eine Basis schaffen, denn die UMP ist pleite und steckt noch in Schwierigkeiten weil Sarkozy 2012 im Wahlkampf schlicht nicht mit Geld gegeizt hat. Deshalb muss er jetzt schon ran, obwohl er das eigentlich gar nicht wollte. Er muss! seinen Einfluss zeigen, erst als Parteichef, damit er Chancen für eine Kandidatur 2017 hat. -Zwei Probleme Die Rechte ist in Realität vielfach gespalten, in 'Zentristen' die um die UMP, UDI und Modem zu finden sind, und in die 'Rechten' in der UMP, wobei es da nochmals die 'Europäer' und die 'Souverainisten' gibt. 'Europäer' sind die UDI, Modem und ein Teil der UMP (wobei man auch noch unterscheiden muss zwischen Wirtschaftsliberalen und den Teilen die sicheinen stärkeren staatlichen Eingriff in die Wirtschafts- und Finanzpolitik befürworten), die Souveränisten sind überwiegend in der UMP. Wobei wir gleich beim Thema wären 'Zusammenarbeit mit dem FN', denn der FN ist Souverainist. Die Gretchenfrage ist wo positioniert sich Sarkozy? Das zweite Problem, Frankreich hat Hollande mit Bauchschmerzen gewählt weil er sich als Alternative zu Sarkozy verkauft hat. Das katastrophale Ende seiner Politik kann Sarkozy nicht wegreden, genau deswegen weil er diese Politik, trotz seiner Versprechungen, weitergeführt hat ist Hollande in den Umfragen in den Keller gefallen. Fazit: Eines ist sicher, in Nanterre knallen die Champagnerkorken. Dem FN kann nichts besseres passieren. Ein PS der abgewirtschaftet hat mit Hollande und selbst Valls (wird Martine Aubry die Erbin sein?), und eine UMP pleite aber mit Fillon (wirtschaftsliberal), Juppé (gemässigt und europäisch) und einem Sarkozy der quer durch alle politischen Positionen geistert um eine Mehrheit zu bekommen hat Le Pen ein leichtes Spiel. Ihr einziges Problem ist dass der 'Unterbau', also örtliche Vertreter, ausgewiesene Fachleute noch Mangelware sind beim FN (wobei man sich bei der Qualität der Experten bei UMP und PS doch ernsthaft Fragen stellen muss), weswegen viele letztendlich in einem 2. Wahlgang zurückschrecken werden. Mit einem Hollande der sich mit einer Minderheitsregierung bis 2017 retten will, der mit Ordonnanzen nach 49-3 regieren muss, und einem aufgedrehten Sarkozy ist die V Republik am Ende, dahingegangen unter Mitwirkung von Hollande und Sarkozy, RIP.
Alfred Ahrens 19.09.2014
4. Jawohl, das ist was Frankreich jetzt braucht, einen Wandel zum Guten,
und das bekommt nur die UMP hin. Wir hier in der Provence freuen uns ueber diese Entscheidung, denn wie mit dem jetzigen Presidenten kann es wirklich nicht weitergehen. Wuenschen gute Gesundheit und besten Erfolg !
daslästermaul 19.09.2014
5. Und was ist mit
... hat die eigentlich ihren Segen zu "Sarko reloaded" gegeben ??!. Dieses (schräge) Gespann hätte durchaus eine realistische Chance den gescheiterten Amtsinhaber Hollande erfolgreich abzulösen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.