Niederlande Cruyff gibt Ministerin Mitschuld für WM-Aus

Die Niederländer tragen noch immer schwer an ihrem Aus bei der Fußball-WM. Das holländische Idol Johan Cruyff machte Einwanderungsministerin Rita Verdonk mitverantwortlich für die Niederlage des Oranje-Teams gegen Portugal.


Den Haag - "Ich will nicht sagen, dass sie die Schuld am Knockout des Teams hat, aber sie trägt einen Teil der Verantwortung", sagte Cruyff über Verdonk in einem Interview mit der Tageszeitung "De Telegraaf". Verdonks Weigerung, der Einbürgerung von Flügelspieler Salomon Kalou (Feyenoord Rotterdam) aus der Elfenbeinküste zuzustimmen, habe dem Team geschadet. Damit habe es Trainer Marco van Basten an Alternativen gemangelt, um auf die Formschwäche der Außenstürmer Arjen Robben und Robin van Persie reagieren zu können.

Cruyff widersprach damit der Ministerin, dass die Einbürgerung des künftigen Angreifers des FC Chelsea nicht im nationalen Interesse gewesen wäre. "Jeder WM-Zuschauer hat gesehen, was das für eine Auswirkung auf das Land hat. Wir sind ihr nicht zu Dank verpflichtet, dass wir derzeit eine so tolle Atmosphäre in den Niederlanden haben", stichelte er.

"Ein Minister muss den Interessen seiens Landes dienen, und das hat sie ganz klar nicht getan", sagte Cruyff". Durch Verdonks Schuld werde die Entwicklung der Nationalmannschaft nun in den kommenden zehn Jahren "keinen zusätzlichen Impuls" bekommen. Cruijf legte der Ministerin den Rücktritt nahe: "Wenn ein großer Spieler von Kalous Kaliber sich vorstellt und mein Club-Manager ihn wegschickt, müsste der Manager die Konsequenzen tragen. Das gilt auch für Verdonk", forderte der legendäre Mittelfeldspieler.

als/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.