Niederlande Polizei nimmt sieben Terrorverdächtige fest

Sie sollen einen Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Amsterdam geplant haben: Sieben terrorverdächtige Niederländer marokkanischer Herkunft sind von der Polizei festgenommen worden. Sie hätten so viele Menschen wie möglich töten wollen, hieß es in Berichten.

Den Haag - Unter den Verhafteten befindet sich nach Polizeiangaben auch ein Verwandter eines der getöteten Attentäter, die am 11. März 2004 in Madrider Bahnhöfen und Vorstadtzügen Bomben hochgehen ließen. Die niederländische Polizei nahm die sechs Männer und eine Frau am Donnerstag fest. Sie sollen einen Anschlag auf ein Einkaufszentrum in der Nähe des Amsterdamer Fußballstadions geplant haben.

Die Terrorgruppe habe so viele Menschen wie möglich töten wollen, hieß es im Rundfunk. Im Zuge der Festnahmen seien in Amsterdam mehrere Häuser und Wohnungen durchsucht worden. Ermittlungen und Durchsuchungen habe es auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel gegeben, hieß es weiter. Weitere Festnahmen wurden nicht ausgeschlossen.

Nach Angaben des Amsterdamer Polizeichefs Bernard Welten wurden die Ermittler am späten Mittwochabend von einem anonymen Tippgeber, der ein Prepaid-Mobiltelefon benutzte, telefonisch gewarnt. Der Informant aus Brüssel habe die Namen von drei Männern, eine genaue Personenbeschreibung und die Anschlagsziele genannt, darunter ein Ikea-Möbelhaus und ein Elektronikmarkt.

Nachdem klar wurde, dass einer der Festgenommenen möglicherweise Verbindungen zu den Madrider Terroristen hatte, entschloss sich Polizeichef Welten das Arena-Einkaufszentrum zu evakuieren und das Gelände um das Ajax-Fußballstadion großräumig abzusperren. Die Geschäfte wurden am Donnerstag auf Bomben untersucht. Auch eine Konzerthalle wurde überprüft. Ob Sprengstoff gefunden wurde, blieb unklar.

Amsterdams Bürgermeister Job Cohen erklärte, "die Informationen, die wir bekommen haben, waren sehr spezifisch, und deshalb wollten wir nicht das Leben von Menschen, die dort einkaufen, gefährden". Am Freitagvormittag konnte die Ikea-Filiale schließlich wieder mit einstündiger Verspätung öffnen. Die Spannung war jedoch weiter zu spüren. Über dem Gelände im Südosten der Stadt kreiste am Freitag ein Hubschrauber, und auf den Straßen patrouillierte Militärpolizei.

hen/dpa/AP
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