Niedersachsen Türkei freut sich über Ministerin Özkan

In der Türkei hat die Berufung von Aygül Özkan zur ersten türkischstämmigen Ministerin in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Politiker am Bosporus lobten die Personalentscheidung von Niedersachsens Ministerpräsident Wulff als gutes Beispiel.
Aygül Özkan: Shootingstar in der CDU

Aygül Özkan: Shootingstar in der CDU

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Niedersachsen

Christian Wulff

Istanbul/Hannover - Selten hat eine Personalentscheidung in einen Wiederhall in türkischen Zeitungen. An diesem Dienstag gab es jedoch sogar Schlagzeilen. Die Berufung der Juristin Aygül Özkan zur ersten türkischstämmigen Ministerin in Deutschland hat dabei ein durchweg positives Echo ausgelöst. Für die in Deutschland lebenden Türken sei die Entscheidung des niedersächsischen Ministerpräsidenten ein gutes Beispiel, dass sie es bis in höchste Positionen schaffen könnten, sagte der türkische Außenpolitiker Yasar Yakis von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP am Dienstag.

CDU

Die -Politikerin Özkan wird in Niedersachsen neue Sozial- und Integrationsministerin. Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst sagte der Nachrichtenagentur dpa, die künftige Ministerin sei ein "Paradebeispiel" für eine gelungene Integration in Deutschland. Ihre Ernennung sei ein Signal an aufstiegswillige Migranten.

Özkan wurde 1971 in Hamburg geboren. Ihre Eltern waren in den sechziger Jahren aus der Türkei in den deutschen Norden gezogen. Seit zwei Jahren war die designierte Ministerin Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Der Außenpolitiker Yakis, der im türkischen Parlament Vorsitzender des EU-Komitees ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur, viele Türken spürten in der deutschen Gesellschaft Fremdenfeindlichkeit. Sie registrierten nun aber auch, dass es diese im politischen System nicht gebe. Türkische Zeitungen berichteten am Dienstag über die Berufung mit der Schlagzeile "Erste türkische Ministerin".

Neben Özkan sorgte auch die Berufung von Johanna Wanka, 59, zur niedersächsischen Wissenschaftsministerin für Aufsehen. Die CDU-Chefin in Brandenburg ist die erste ostdeutsche Politikerin, die auf einer westdeutschen Regierungsbank Platz nimmt. Insgesamt wechselt Wulff vier CDU-Minister in seiner schwarz-gelben Regierung aus.

ler/dpa