Nigel Evans Britischer Parlaments-Vize tritt nach Vergewaltigungsvorwurf zurück

Nigel Evans gehört seit 20 Jahren zu den Spitzenpolitikern der britischen Konservativen. Jetzt ist er tief gefallen: Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen sexueller Übergriffe angeklagt. Seinen Posten als Vizechef des Unterhauses hat Evans deshalb aufgegeben.

Tory-Politiker Evans: "Ich werde meine Unschuld beweisen"
DPA

Tory-Politiker Evans: "Ich werde meine Unschuld beweisen"


London - Der stellvertretende Vorsitzende des britischen Unterhauses ist zurückgetreten. Nigel Evans reagierte damit auf die Ankündigung des Staatsanwaltschaft, den Tory-Abgeordneten wegen sexueller Übergriffe anzuklagen.

Die Ermittler werfen dem 55-Jährigen vor, seit 2002 insgesamt sieben Männer sexuell belästigt zu haben. Ein Opfer soll er im Frühjahr dieses Jahres vergewaltigt haben. Der Politiker weist die Vorwürfe zurück. In einem Statement, das er vor der Polizeiwache in Preston abgab, kündigte er an, seine Unschuld beweisen zu wollen.

"Ich bin mir in zwei Punkten ganz sicher", sagte Evans. "Erstens, dass ich unschuldig bin. Zweitens, dass meine Unschuld bewiesen wird." Weiter wolle er sich bis zum Abschluss des Falles nicht äußern. Bereits im Mai war der Politiker wegen der Vergewaltigungsvorwürfe kurzzeitig festgenommen worden. Er sagte damals, die Anschuldigungen seien völlig haltlos und stammten von Männern, mit denen er bis vor kurzem noch befreundet gewesen war.

Der Waliser sitzt seit 1992 für die Konservativen im britischen Parlament. Von 1999 bis 2002 war er Vizechef der Tories. Seit 2010 ist er Vizechef des Unterhauses in London. In gleichen Jahr outete sich Evans als homosexuell. "Ich bin es leid, eine Lüge zu leben", sagte er damals.

Das Gerichtsverfahren gegen den Politiker soll bereits am Mittwoch in einer Woche beginnen.

syd/AFP



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