Großbritannien Farage kehrt an Ukip-Spitze zurück

Am Ende muss immer er ran: Nach dem plötzlichen Rücktritt seiner Nachfolgerin Diane James führt wieder Nigel Farage die rechtspopulistische Ukip. Doch er will es nicht lange machen.

Nigel Farage
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Nigel Farage


Führungschaos bei den britischen Rechtspopulisten: Nach dem Rücktritt von Diane James als Ukip-Chefin will Nigel Farage das Amt wieder vorläufig übernehmen. "Ich habe heute Morgen mit der Wahlkommission gesprochen, und ich bin technisch gesehen immer noch Chef der Partei", sagte Farage der BBC.

Damit ist Farage auch nach seiner dritten Rücktrittserklärung wieder im Amt. 2009 legte er den Vorsitz nieder, um sich auf den Wahlkampf in seinem Wahlkreis zu konzentrieren, den er nicht gewann. Nach der Wahl im Mai 2015 hatte Farage als Konsequenz des Wahlergebnisses seinen Rücktritt vom Parteivorsitz erklärt und ihn drei Tage später widerrufen.

Diesmal hatte er es aber offenbar ernst mit dem Rückzug gemeint. Er wolle sein Leben zurückhaben, sagte Farage im Juli. Bekannt machte er seinen Abschied nur zwei Wochen nach dem Brexit-Votum, für das er 25 Jahre gekämpft hatte. Nun betont Farage, er wolle die Partei übergangsweise führen, sich aber nicht wieder zum Vorsitzenden wählen lassen.

Diane James war Mitte September mit großer Mehrheit zur Nachfolgerin Farages gekürt worden. Fraglich ist aber, ob ihre Wahl rechtskräftig wurde. Sie hat die notwendigen Unterlagen dafür angeblich niemals eingereicht. Am Dienstag erklärte sie ihren Rückzug.

Widerspruch an Farages Rückkehr kommt vom Ukip-Vorsitzenden in Wales, Neil Hamilton. Er wurde ebenfalls als vorläufiger Parteichef gehandelt. Hamilton sagte der BBC, er zweifele daran, dass die Parteiführung automatisch wieder an Farage zurückfalle. Es sei Aufgabe des Vorstands, einen Interimschef zu berufen, sagte Hamilton.

cte/dpa/AFP



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