Nigel Lawson Ex-Finanzminister rät Briten zum EU-Austritt

Sechs Jahre lang verwaltete Nigel Lawson in den Achtzigern die britischen Finanzen. Nun sorgt sich der Ex-Minister um die wirtschaftliche Zukunft des Landes - und hat einen Ausweg parat: den Abschied aus der EU. Brüssel habe ohnehin kaum mehr zu bieten als bürokratische Hürden.

Ex-Minister Lawson (im April 2013): Nicht mehr Teil eines "europäischen Superstaats"
Getty Images

Ex-Minister Lawson (im April 2013): Nicht mehr Teil eines "europäischen Superstaats"


London - Die europaskeptischen Stimmen in Großbritannien haben einen neuen, prominenten Fürsprecher. Mit Nigel Lawson hat der erste Ex-Finanzminister der britischen Politik offen den Austritt des Landes aus der EU empfohlen. Die wirtschaftlichen Vorteile für Großbritannien würden die Kosten bei weitem aufwiegen, schrieb der konservative Politiker in einem Gastbeitrag für die Zeitung "The Times". Er war sechs Jahre (1983 bis 1989) lang Schatzkanzler im Kabinett von Margaret Thatcher.

Die EU habe sich zu einem "Bürokratiemonster" ausgewachsen, so Lawson in dem Artikel. Er erwarte starke positive Einflüsse auf die britische Wirtschaft, wenn sie sich dem Zugriff durch Brüssel entziehe. Den Briten dürfe nicht daran gelegen sein, Teil eines "europäischen Superstaats" zu sein.

Ob er mit diesem Einwurf auf die aktuell regierenden Politiker wird einwirken können, erscheint jedoch fraglich. Premierminister David Cameron plädiert stets dafür, dass Großbritannien seinen Platz in der Union behalten soll. Er will aber bis zum Jahr 2017 das Volk über den Verbleib in der EU abstimmen lassen und vorher über ein neues Verhältnis Großbritanniens zur EU verhandeln.

Der Kommentar Lawsons, der Mitglied des Oberhauses ist, kam wenige Tage nach einer für die regierenden Konservativen desaströsen Kommunalwahl in Großbritannien. Zahlreiche Sitze waren an die europakritische Rechtspartei UKIP verlorengegangen.

jok/dpa



insgesamt 151 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
A.Stifter 07.05.2013
1. Verstehe ich jetzt nicht.
"Die wirtschaftlichen Vorteile für Großbritannien würden die Kosten bei weitem aufwiegen" - wieso wäre das dann ein Argument FÜR den Austritt? Das ist doch ein Argument für das Gegenteil?
Emil Peisker 07.05.2013
2. Abschied aus der EU
Zitat von sysopGetty ImagesSechs Jahre lang verwaltete Nigel Lawson in den Achtzigern die britischen Finanzen. Nun sorgt sich der Ex-Minister um die wirtschaftliche Zukunft des Landes - und hat einen Ausweg parat: den Abschied aus der EU. Brüssel habe ohnehin kaum mehr zu bieten als bürokratische Hürden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigel-lawson-ex-thatcher-minister-raet-briten-zum-eu-austritt-a-898501.html
Für Europa wäre dieser Schritt zu begrüßen. Für Großbritannien wäre es ein Desaster.
rockibalboa 07.05.2013
3.
Richtig! Endlich mal einer der Durchblick zeigt.
gog-magog 07.05.2013
4.
Zitat von sysopGetty ImagesSechs Jahre lang verwaltete Nigel Lawson in den Achtzigern die britischen Finanzen. Nun sorgt sich der Ex-Minister um die wirtschaftliche Zukunft des Landes - und hat einen Ausweg parat: den Abschied aus der EU. Brüssel habe ohnehin kaum mehr zu bieten als bürokratische Hürden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigel-lawson-ex-thatcher-minister-raet-briten-zum-eu-austritt-a-898501.html
Ich kann mich dem Ex-Thatcher-Minister nur anschließen. Europa hat auch längst nichts mehr von der Mitgliedschaft der Briten. Wenn sie austreten, dann kann man wenigsten Zölle auf alle Waren erheben und Finanztransaktionen von und nach UK adäquat besteuern. Das wäre wirklich für alle das Beste.
mephysio 07.05.2013
5. Dann geht...
Lieben - verändern, nicht lieben - gehn. Die Briten sind schon immer anders herum gefahren und seit Dirty Maggie waren sie nur noch zum krieg machen gut. Auf den Chester werde ich in Zukunft unschwer verzichten können...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.