Niger Dutzende Migranten in der Sahara verdurstet

Sie schafften den lebensgefährlichen Weg bis zum Mittelmeer nicht: In Niger sind nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 44 Migranten bei der Durchquerung der Sahara verdurstet, unter ihnen viele Frauen und Kinder.

Lastwagen mit Migranten in Niger (Archivaufnahme)
REUTERS

Lastwagen mit Migranten in Niger (Archivaufnahme)


Unter den Opfern sind den Angaben zufolge auch 17 Frauen und sechs Kinder: In Niger sind mindestens 44 Migranten tot aufgefunden worden. Nach Angaben des Roten Kreuzes der Region Bilma und der Behörden der nördlich gelegenen Stadt Agadez kamen sie in der Wüste Sahara ums Leben.

Sie seien auf der Flucht Richtung Libyen verdurstet, nachdem der Lastwagen ihrer Schlepper eine Panne hatte. Zwei der Überlebenden führten Retter demnach zum Unglücksort, an dem die Leichen gefunden wurden. Nur sechs Menschen konnten sich zu Fuß bis zur nächsten Wasserquelle durchschlagen.

Agadez liegt am Rande der Sahara und gilt als Umschlagplatz für Menschenschmuggler, die Flüchtlinge aus der Subsahara nach Libyen und Algerien bringen. Von dort aus versuchen die Menschen, nach Europa überzusetzen.

Deutschland und Italien setzen sich bei der EU für eine Mission an der Grenze zwischen Niger und Libyen ein. Ziel ist ein verstärkter Kampf gegen die illegale Einwanderung, wie aus einem Brief an die EU-Kommission hervorgeht, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Eine norwegische Hilfsorganisation warf der internationalen Gemeinschaft derweil vor, die Flüchtlingskrise in Afrika zu ignorieren. Der Norwegian Refugee Council (NRC) veröffentlichte am Donnerstag eine Liste der zehn am meisten vernachlässigten Länder weltweit. Auf den ersten fünf Plätzen stehen die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, der Sudan, der Südsudan und Nigeria.

Demnach sind geschätzte zwölf Millionen Bürger dieser Staaten auf der Flucht. "Nur weil diese Menschen nicht vor unserer Tür auftauchen, dürfen wir nicht die Augen vor ihrem Leid verschließen", betonte NRC-Generalsekretär Jan Egeland.

als/AFP/dpa



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