Nigeria Dutzende Tote bei Bombenanschlag auf Busbahnhof

Terror in Nigeria: Mehrere Dutzend Menschen sind bei einem Anschlag auf den Busbahnhof der Hauptstadt Abuja getötet worden. Augenzeugen sprechen von einem Selbstmordattentäter.
Nigeria: Dutzende Tote bei Bombenanschlag auf Busbahnhof

Nigeria: Dutzende Tote bei Bombenanschlag auf Busbahnhof

Foto: Gbemiga Olamikan/ AP

Abuja - Nigerias Hauptstadt Abuja ist von zwei schweren Bombenexplosionen erschüttert worden. Die Detonationen ereigneten sich am Morgen auf dem Busbahnhof im Stadtteil Nyanyan. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Pendler vor Ort.

Nach Angaben von Augenzeugen kamen bei dem Anschlag mindestens 70 Menschen ums Leben, mehr als 120 weitere wurden verletzt. Viele Leichen seien kaum zu identifizieren. Eine Explosion habe ein großes Loch in den Erdboden gerissen, mindestens zwölf Busse und 30 Autos in der Umgebung seien zerstört worden. "Ich wartete auf den Bus, als ich plötzlich eine laute Explosion hörte. Dann sah ich Rauch aufsteigen", sagte ein Augenzeuge. Augenzeugen am Tatort sagten nigerianischen Medien, sie gingen von einem Selbstmordattentat aus. Bekannt hat sich bislang niemand.

Terrorkampagne von Boko Haram

Die radikalislamistische Gruppierung Boko Haram hat bereits zahlreiche Anschläge in Abuja und anderen Städten Nigerias verübt. Die Sekte, deren Name so viel bedeutet wie "Westliche Bildung ist Sünde", kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die Gruppe, die lose mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden ist, verübte regelmäßig blutige Angriffe auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Im Jahr 2011 sprengte sich in Abuja ein Selbstmordattentäter der Gruppe mit einem Auto vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in die Luft und riss mindestens 26 Menschen mit in den Tod.

Allein seit Jahresbeginn sollen Boko-Haram-Kämpfer etwa 1500 Menschen getötet haben - zumeist bei Angriffen auf Orte im Norden Nigerias. Erst am Sonntag waren bei einem Angriff auf mehrere Dörfer mindestens 60 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden stürmten die Angreifer mit Geländewagen, Motorrädern und zwei gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer im Bundestaat Borno nahe der Grenze zu Kamerun, schleuderten Brandsätze in die Häuser und schossen wahllos auf die fliehenden Bewohner.

Das Militär hat im vergangenen Jahr eine großangelegte Offensive gegen Boko Haram gestartet. Doch viele Kämpfer haben sich vor den Angriffen ins nahe gelegene Kamerun geflüchtet, von wo aus sie nun ihre Anschläge planen.

syd/Reuters/dpa/AFP
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