Nigeria Protestführerin gegen Mädchenkidnapping verhaftet

Sie demonstrierte gegen die Entführung von mehr als 300 Mädchen - dafür soll eine Protestführerin in Nigeria verhaftet worden sein. Die Frau des Staatspräsidenten soll ihr vorgeworfen haben, sie beschädige den Ruf ihres Mannes.

Protest in Nigeria: First Lady soll Entführungen angezweifelt haben
AP/dpa

Protest in Nigeria: First Lady soll Entführungen angezweifelt haben


Abuja - 276 Mädchen sollen in Nigeria von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram entführt worden sein. Doch die Frau von Staatspräsident Goodluck Jonathan plagen offenbar andere Sorgen: Sie ließ eine Anführerin eines Protests gegen die Entführungen verhaften.

Saratu Angus Ndirpaya erzählt, sie sei mit einer anderen Demonstrantin verhaftet und zum Präsidentenpalast in der Hauptstadt Abuja gebracht worden. Dort habe die First Lady, Patience Jonathan, sie die ganze Nacht lang bedroht und angezweifelt, dass die Entführungen überhaupt stattgefunden haben. Außerdem warf sie ihnen vor, selbst Boko Haram anzugehören.

Laut Ndirpayas Aussage fürchtet Jonathan um den Ruf ihres Mannes: Die Präsidentengattin habe sie beschuldigt, den Ruf des Präsidenten zu ruinieren. Ndirpaya wurde inzwischen wieder freigelassen, die andere Protestführerin ist weiterhin in Haft. Die Polizei äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Seit vergangener Woche gibt es in mehreren Orten Nigerias Proteste gegen die Sicherheitskräfte und die Regierung. Ihnen wurde Unfähigkeit und Untätigkeit vorgeworfen.

Die nigerianischen Behörden haben nach eigenen Angaben noch immer keine Spur von den 200 Schülerinnen, die Mitte April in einer nächtlichen Aktion aus einer Schule im Ort Chibok entführt worden waren. Zeitweise hatte das Militär behauptet, fast alle Schülerinnen befreit zu haben. Das stellte sich aber als falsch heraus.

ade/AP/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.