Frankreich nach dem Anschlag Paris ordnet Untersuchung zu Polizeiaufgebot in Nizza an

Nach dem Terroranschlag in Nizza hat Frankreichs Innenminister Cazeneuve eine interne Untersuchung angeordnet. Überprüft wird, welche Polizeikräfte am Abend des Nationalfeiertags im Einsatz waren.

Polizisten in Nizza
REUTERS

Polizisten in Nizza


Französische Oppositionspolitiker hatten die Regierungsangaben zum Polizeiaufgebot vor dem Nizza-Attentat angezweifelt. Deswegen hat Innenminister Bernard Cazeneuve nun eine interne Untersuchung angewiesen.

Vor einer Woche hatte ein 31-jähriger Tunesier einen Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge auf der Strandpromenade in Nizza gelenkt und 84 Menschen getötet. Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen. Nun soll die Generalinspektion der Polizei feststellen, ob die Behörden genug taten, um die Veranstaltungen zum Nationalfeiertag abzusichern. Cazeneuve betonte, es gehe um "Transparenz und Wahrheit".

Laut einem Bericht der Zeitung "Liberation" blockierte ein einzelnes Polizeiauto zum Zeitpunkt des Attentats den Zugang zu dem entsprechenden Teil des Strandboulevards. Der Abschnitt war wegen des Feiertags für Fahrzeuge gesperrt. Auf der Promenade des Anglais hatten sich Tausende Menschen versammelt, um das Feuerwerk zu verfolgen. Die Zeitung beruft sich auf Überwachungsvideos der Polizei.

Zwischen Regierung in Paris und der Stadtverwaltung von Nizza gibt es seit Tagen eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen. Premierminister Manuel Valls betonte im Parlament, die Sicherheitsmaßnahmen seien abgestimmt und von der Stadtverwaltung abgesegnet gewesen.

Am Mittwoch hatte die französische Nationalversammlung den Ausnahmezustand um ein halbes Jahr verlängert. Vor der Abstimmung hatte Premier Valls die Abgeordneten in einer Rede auf die Wahrscheinlichkeit weiterer Anschläge eingeschworen: "Es ist hart, dies zu sagen, aber es ist meine Pflicht: Es wird weitere Anschläge geben, und es werden weitere unschuldige Menschen getötet werden."

vek/AFP/dpa



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