Frankreich Nizza-Attentäter soll mindestens fünf Komplizen gehabt haben

Der Attentäter von Nizza hatte einem Bericht zufolge Hilfe: Gegen fünf Verdächtige laufe ein Ermittlungsverfahren. Experten gehen davon aus, dass der Anschlag mit 84 Toten seit Monaten geplant war.

Spurensicherung an der Strandpromenade
REUTERS

Spurensicherung an der Strandpromenade


Mohamed Lahouaiej Bouhlel, der in der französischen Stadt Nizza 84 Menschen tötete, soll Komplizen für seine Tat gehabt haben. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters mit Berufung auf den Pariser Staatsanwalt François Molins. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden.

Der Attentäter habe logistische Unterstützung durch die vier Männer und eine Frau erhalten, die derzeit in Polizeigewahrsam seien, sagte Molins. Demnach plante Bouhlel den Anschlag zudem schon seit mehreren Monaten. Entsprechende Hinweise seien auf dem Handy des Täters gefunden worden. Die Ermittler hätten entsprechende Fotos und Suchanfragen aus dem Jahr 2015 auf dem Mobiltelefon gefunden.

Ein französisches Anti-Terror-Gericht habe Untersuchungshaft für die fünf Verdächtigen angeordnet, berichtete die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zu Freitag. Sie berief sich dabei auf eine Erklärung der Staatsanwaltschaft in Paris. Drei Männern wird demnach Beihilfe zum Mord in Verbindung mit einem terroristischen Akt vorgeworfen. Die zwei anderen Verdächtigen sollen geholfen haben, die Pistole zu besorgen, die Bouhlel nutzte, um auf Polizisten zu schießen.

Vor einer Woche hatte der 31-jährige Tunesier einen Lastwagen in eine Menschenmenge auf der Strandpromenade in Nizza gelenkt und 84 Menschen getötet. Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen.

Als Reaktion auf den Anschlag hatte die französische Nationalversammlung den Ausnahmezustand um ein halbes Jahr verlängert. Zudem soll die Generalinspektion der Polizei feststellen, ob die Behörden genug taten, um die Veranstaltungen zum Nationalfeiertag abzusichern.

vks/AFP/AP/Reuters



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