Nordafghanistan Bundeswehrsoldat stirbt bei Bombenattacke

In Nordafghanistan ist erneut ein deutscher Soldat gefallen. Nach ersten Informationen geriet eine Patrouille der Bundeswehr in eine Sprengstofffalle auf einer Straße bei Kunduz. Verteidigungsminister Thomas de Maizière verurteilte den Angriff scharf.

Berlin - Im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden Afghanistans ist am Mittwoch erneut ein deutscher Soldat gefallen. Die Bundeswehr unterrichtete am Morgen den Verteidigungsausschuss des Bundestags, dass ein Deutscher bei einem Sprengstoffanschlag etwa 14 Kilometer nordwestlich des Feldlagers nahe der Provinzhauptstadt Kunduz getötet worden sei.

Der Anschlag ereignete sich gegen 11 Uhr Ortszeit auf einer Verbindungsstraße, die bei der Bundeswehr als "LOC Cherry" bezeichnet wird. Bei der Attacke durch einen selbstgebauten Sprengsatz - im Nato-Jargon "Improvised Explosive Device" (IED) genannt - wurden außerdem ein weiterer Bundeswehrsoldat und ein afghanischer Übersetzer verletzt. Generalinspekteur Volker Wieker sagte, drei gepanzerte Bundeswehrfahrzeuge seien betroffen gewesen. Man gehe davon aus, dass es zwei Sprengkörper gegeben habe.

Die beiden Verletzten wurden mit einem Hubschrauber geborgen und landeten schon rund eine Stunde später im Feldlager in Kunduz.

Auch die internationale Schutztruppe Isaf gab bekannt, dass in Nordafghanistan ein Soldat durch einen selbstgebauten Sprengsatz getötet worden sei. Die Schutztruppe überlässt es jedoch stets den in Afghanistan engagierten Ländern, Details zu Verwundeten oder Gefallenen mitzuteilen.

"Feiger, anonymer Anschlag"

Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière verurteilte das tödliche Attentat scharf. "Dieser Anschlag berührt auch uns alle. Er trifft uns alle ins Herz", sagte er am Mittwoch in Berlin. Gleichzeitig betonte der CDU-Politiker, dass der "feige, anonyme Anschlag" an der Strategie der Bundeswehr in Afghanistan nichts ändern werde. "Wir machen Fortschritte in Afghanistan. Wir haben die richtige Strategie, und diese Strategie werden wir auch weiter durchsetzen."

Einzelheiten zu dem getöteten Soldaten wollte de Maizière aus Rücksicht auf Freunde und Verwandte zunächst nicht nennen.

Die Bundeswehr betreibt in Kunduz ein Feldlager mit rund 1500 Soldaten. In den letzten Wochen und Monaten zeigte sich die Truppe zuversichtlich, dass ihr neues Konzept für den Einsatz erste Erfolge zeitigte. Gemeinsam mit Amerikanern und auch mit den Afghanen hatte man einige zuvor als Hochburgen der Taliban bekannte Regionen von Kunduz zurückerobert, dort sollen nun verstärkt Projekte für die Zivilbevölkerung beginnen.

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