Nordafghanistan Deutsche Soldaten auf Patrouille beschossen

Die Bundeswehr ist in Afghanistan erneut angegriffen worden. Eine Patrouille deutscher und afghanischer Soldaten wurde beschossen - es entstand jedoch nur Sachschaden an einem Jeep. Offenbar handelte es sich bei den Deutschen um Soldaten des Kommandos Spezialkräfte.

Von , Kandahar


Kandahar - Im Norden Afghanistans ist eine deutsch-afghanische Patrouille am Montagnachmittag unter Feuer geraten. Der kleine Konvoi von afghanischen und deutschen Soldaten wurde gegen 15 Uhr Ortszeit im Distrikt Doschi südlich von Baghlan mit Handwaffen angegriffen, so die Bundeswehr.

Bei dem Beschuss wurde ein gepanzerter deutscher Jeep vom Typ "Enok" leicht beschädigt, weder die afghanischen noch die deutschen Soldaten wurden verletzt. Nach dem Angriff forderten die Soldaten Luftunterstützung durch die Amerikaner an, die beiden Kampfjets kamen aber nicht zum Einsatz.

Reguläre Einheiten sind seit der Schließung des Feldlagers im weiter nördlich gelegenen Kunduz in dem Gebiet nicht mehr tätig. Lediglich eine kleine Einheit des Kommandos Spezialkräfte (KSK) bildet dort afghanische Elitesoldaten aus. Die deutschen KSK-Kräfte sollen sich zudem weiterhin ein Lagebild der strategisch wichtigen Straßenverbindung aus der Hauptstadt Kabul in Richtung Norden verschaffen. Ob es sich bei dem beschossenen Konvoi um KSK-Kräfte handelte, wurde von der Bundeswehr nicht bestätigt. Die Soldaten seien sicher in ihr Camp zurückgekehrt, hieß es lediglich.

Die Bundeswehr ist im Norden Afghanistans derzeit nur noch in der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif stationiert, im Camp Marmal sind derzeit etwa 2700 Soldaten und Soldatinnen. Kern der augenblicklichen Mission ist der Rücktransport von Material, um die weitere Verkleinerung der deutschen Präsenz vorzubereiten.

Ab Ende 2014 will die Bundeswehr im Rahmen einer neuen Isaf-Mission nur noch als Trainer für die Afghanen fungieren. Bisher aber stocken die Verhandlungen mit der afghanischen Regierung für ein Abkommen zur Stationierung von ausländischen Soldaten.



insgesamt 6 Beiträge
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jule27 13.01.2014
1.
Ich vermisse die Schuldzuweisungen im Artikel. Was ist los, Spon? Sind die Soldaten nicht genauso selbst Schuld wie unsere Polizisten da beide Gruppen die Eskalation der Lage durch das Anlegen von Schutzausrüstung provoziert haben? Deine Logik, Spon...
aueronline.eu 13.01.2014
2. Das bringt dieser lausige Beruf mit sich
Und da gibt's auch nicht mehr zu sagen. Mitgegangen, mitgefangen.
obimail 14.01.2014
3. völlige Ahnungslosigkeit
Schutz und gute Ausrüstung sind also provozierend und der Grund für solche Angriffe.... es ist schon erschreckend wie ahnungslos Menschen aus 6500 km Entfernung Dinge beurteilen... Aber ich finde auch die vom deutschen Volk entsandten Soldaten sollten besser mit einer weißen Rose im Gewehrlauf durch Afghanistan fahren.... Bin grad auf dem Weg dahin und halte unterwegs mal am Blumenladen an....
Black - Cats 14.01.2014
4. gut angekommen,
..im Camp, hieß es lediglich... Dann ist man selbst Schuld daran, wenn Wir in der Heimat, nicht allzu sehr Anteil nehmen, ob es den Soldiers gut geht! ..wenn die Heimat, so umfangreich unterrichtet wird und die "Soldiers", ... darum, so wenig Anerkennung finden!
razulkhan 16.01.2014
5.
Wieso ist die Straße noch wichtig? Lager Kunduz ist geschlossen...Landweg führt von Mazar-e-sharif nach Norden...weshalb also in dem Raum noch Kräfte halten? Raus da und zwar zügig....und dann kollektiv verarbeiten. Nicht die Soldaten allein....alle. Politiker, BMI, AA...und alle Wähler. Wir haben das zusammen in den Sand gesetzt...übrigens auch die Medien. Lehren für Mali ziehen...rein nur, wenn klar ist wie es wieder raus geht.
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