Nordirak Türkisches Militär spricht von 150 getöteten PKK-Kämpfern

Bei einem Militärschlag im Nordirak sind nach offiziellen Angaben aus Ankara mehr als 150 kurdische Rebellen ums Leben gekommen. Die Operation gegen Stellungen der PKK in den Kandil-Bergen dauerte drei Stunden. In der Gegend wird die Führungsriege der Organisation vermutet.


Ankara - Etwa 100 Kilometer südlich der türkisch-irakischen Grenze hatten türkische Kampfflugzeuge am Freitag Stellungen der PKK angriffen, wie die Armeeführung in Ankara am Samstag mitteilte. In der Region sollen sich die Anführer der kurdischen Untergrundkämpfer versteckt halten.

Die Luftwaffe bewertete die Operation als erfolgreich. Sie habe zu Panik in der PKK geführt. 43 Ziele wurden demnach angegriffen und zerstört. Ein Sprecher der Rebellen bestritt die Angaben aus Ankara. Es seien keine Untergrundkämpfer verletzt oder getötet worden, sagte er.

Erst im Februar hatten die türkischen Streitkräfte eine großangelegte Offensive gegen die PKK im Nordirak unternommen. Dabei wurden nach Angaben der Armeeführung 237 Rebellen getötet. Die eigenen Verluste wurden mit 27 beziffert. Nach kurdischen Informationen hingegen sollen 81 türkische Soldaten und nur fünf Rebellen getötet worden sein.

Die Türkei betrachtet den Nordirak als Rückzugsgebiet der PKK-Kämpfer, die sie als Terroristen bezeichnet. Auch die EU und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Der bewaffnete Kampf der kurdischen Rebellen in der Türkei hat seit 1984 rund 40.000 Menschenleben gekostet. Die türkische Winteroffensive führte seinerzeit zu Spannungen zwischen Washington und Ankara.

jdl/AP/Reuters



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