Nordirak Verwandte Saddams gehen Polizei ins Netz

Zwei Mitglieder der Großfamilie des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein sind von den irakischen Sicherheitskräften verhaftet worden. Laut Übergangsregierung fand die Festnahme schon letzte Woche statt.


Bagdad/Amman - In einer heute veröffentlichten Erklärung der Übergangsregierung in Bagdad heißt es, Abdullah Maher Abdul Raschid, ein Schwager von Saddams getötetem Sohn Kussei, sei bereits am 8. März zusammen mit seinem Cousin Marwan Taher nördlich von Tikrit gefasst worden. Beide stehen unter dem Verdacht, Terroroperationen finanziert zu haben.

Zwei Tage vor der für Mittwoch geplanten ersten Sitzung des neu gewählten Parlaments haben sich die Schiiten-Allianz und die Kurdenparteien, die als stärkste Fraktionen aus der Wahl Ende Januar hervorgingen, bisher nicht auf die Besetzung der Spitzenposition einigen können. Für Streit sorgt außerdem die Forderung der Kurden, die Ölstadt Kirkuk in die kurdische Autonomieregion im Norden einzugliedern.

In der westirakischen Stadt Kaim erschossen US-Soldaten heute nach Angaben von Krankenhausärzten drei Iraker. Zehn weitere Zivilisten seien zum Teil schwer verletzt worden, darunter fünf Kinder, sagten Ärzte in einer Klinik der Stadt. Die Soldaten hätten Schüsse auf ein Wohngebiet abgegeben, nachdem Aufständische ein Zollgebäude, das vom US-Militär als Stützpunkt genutzt werde, mit Raketen beschossen hätten.

In der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bedschi nahmen Aufständische einen Lastwagen unter Beschuss. Der Nachrichtensender al-Arabija berichtete, die Angreifer hätten den türkischen Fahrer getötet. Der staatliche Fernsehsender al-Irakija berichtete, zwei irakische Zivilisten seien in Bagdads Raschid-Viertel durch eine Autobombe ums Leben gekommen.

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