Nordirland Ausschreitungen nach Oranier-Marsch

Starke Sicherheitsvorkehrungen sollten verhindern, dass es wie in den vergangenen Jahren zu Gewalttätigkeiten kommt. Stunden nach einer Parade des Oranier-Ordens in Drumcree kam es dennoch zu Zwischenfällen.


Der Oranier-Orden bei seinem Traditionsmarsch in Drumcree
REUTERS

Der Oranier-Orden bei seinem Traditionsmarsch in Drumcree

Drumcree - Pro-britische Randalierer schleuderten nach Polizeiangaben Brandbomben über Absperrungen, die den Marsch der Oranier durch ein katholisches Wohnviertel hatten verhindern sollen. Die Brandsätze richteten offenbar keine größeren Schäden an. Andere Randalierer zündeten Feuerwerkskörper und versuchten die Barrikaden zu beschädigen. Die Polizei vor Ort griff nicht ein. Verglichen mit früheren Jahren habe es sich nur um kleine Zwischenfälle gehandelt, hieß es.

Am Sonntag hatte die Marschsaison der Oranier begonnen, mit der sie an den Sieg der protestantischen Briten über die katholischen Iren Ende des 17. Jahrhunderts erinnern wollen. Die Katholiken in Nordirland empfinden die Umzüge als Beleidigung und Provokation. Wie in jedem Jahr trafen Polizei und Militär vor Beginn des Marsches in Drumcree massive Sicherheitsvorkehrungen, nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Ausschreitungen gegeben hatte. Traditionell wird die Drumcree-Parade als solche zwar genehmigt, der Umzug durch ein katholisches Wohnviertel an der Garvaghy Road aber verboten.



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