Nordirland-Konflikt Ehemaliger IRA-Rebellenführer in Nordirland erschossen

Todesschüsse mit Symbolkraft: Im nordirischen Belfast ist ein prominenter Ex-Rebellenführer der Untergrundorganisation IRA ermordet worden. Dass es zu der Tat ausgerechnet am Karfreitag kam, ist wohl kein Zufall.

AFP

Belfast - In Nordirland ist am Karfreitag ein ehemaliger Rebellenführer der irischen Untergrundorganisation IRA erschossen worden. Der 44-Jährige, ein früheres Führungsmitglied der Splittergruppe Continuity IRA (CIRA), sei in einem Industriegelände im Westen der nordirischen Hauptstadt Belfast ermordet worden, teilte die lokale Polizei mit.

Bei dem jetzt erschossenen Mann handelt es sich laut BBC um den prominenten irischen Republikaner Tommy Crossan. Dem Sender zufolge war er auf dem Gelände eines Treibstoffdepots, als er von mehreren Schüssen getroffen wurde und daraufhin starb. Die Schüsse fielen demnach am späten Freitagnachmittag, als viele Menschen in der Nähe des Tatorts waren - später fanden Ermittler dort einen roten BMW, der in Flammen stand.

Crossan soll laut BBC vor einigen Jahren bei der CIRA-Gruppe in Ungnade gefallen und daraufhin ausgestoßen worden sein. Zuletzt hatte es unter den republikanischen Rebellen immer wieder interne Graben- und Machtkämpfe gegeben. Gegen Crossan, das nach einem Anschlag auf eine Polizeistation sechs Jahre lang in einem Hochsicherheitsgefängnis zugebracht hatte, soll es Todesdrohungen aus den eigenen Reihen gegeben haben. Die Tat habe sich am helllichten Tag ereignet, zahlreiche Anwohner hätten von den Fenstern ihrer Wohnungen die Leiche sehen können, hieß es.

Kampf um Nordirland

Der Karfreitag als hoher katholischer Feiertag hat im Nodirland-Konflikt zwischen katholischen Iren und anglikanischen Briten große Symbolkraft: Bis heute stehen sich republikanische Katholiken und pro-britische Protestanten gegenüber. Die Republikaner fordern die Abtrennung des Norden Irlands von Großbritannien und die Vereinigung mit der Republik Irland.

Bis 1998 prallten beide Seiten in einem bewaffneten Untergrundkampf aufeinander. Mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen von 1998 wurde die Region weitgehend befriedet. Splittergruppen wie die CIRA führten den Kampf jedoch weiter.

mxw/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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thomas expat 19.04.2014
1. Es lebe die recherche
Liebe Redaktion, der Karfreitag ist der höchste Feiertag der evangelischen Kirche. ein hoher katholischer Feiertag würde in dem Zusammenhang überhaupt keinen Sinn ergeben.
Jo-achten-van-Haag 19.04.2014
2. Die Blöden
werden nicht alle.
motzbrocken 19.04.2014
3. Der letzte
Religionskrieg in Europa, welches ja bekanntlich den Frieden bringt. Ausser bei denen, den Ukrainern, ex Jugoslawien und die Aussengrenze Afghanistan. Wie blöde muss man eigentlich sein, sich gegenseitig im Namen Gottes den Schädel einzuschlagen. Und die sogenannten Christen zeigen mit dem Finger auf sie Steinzeitislamisten. Sind doch alles Heuchler.
KilgoreTrout 19.04.2014
4. Ach, SPON
"Gegen Crossan, das nach einem Anschlag auf eine Polizeistation sechs Jahre lang in einem Hochsicherheitsgefängnis zugebracht hatte," ... einfach schlecht.
pförtner 19.04.2014
5. Kein Verlust für die Menschheit
Ich finde das Ableben des Ehemaligen IRA Rebellenführers nur in sofern nennenswert, dass durch seinen Tod die Welt vielleicht ein ,wenn auch nur kleines Stück friedlicher wird!
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