Nordirland Großaufgebot in Portadown

Der traditionelle Marsch des Oranier-Ordens in Portadown verlief in der Nacht zum Montag weitgehend ruhig. Zuvor hatte ein Großaufgebot der Polizei den Marsch Tausender Oranier durch das katholische Stadtviertel Drumcree verhindert.


Belfast/London - Nach dem gewaltfreien Verlauf eines protestantischen Tradionsmarsches im nordirischen Portadown ist es auch in der Nacht zum Montag zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen. Am Sonntag hatte ein Großaufgebot von britischer Armee und Polizei mehrere tausend Mitglieder des Oranier-Ordens daran gehindert, nach einem Gottesdienst durch die von Katholiken bewohnte Garvaghy Road zu marschieren. Mit dem Marsch wird alljährlich ein protestantischer Sieg über die Katholiken im Jahr 1690 gefeiert.

In der Nacht hatten noch 150 bis 200 Protestanten vor den Absperrungen ausgeharrt und sich kleinere Scharmützel mit den Sicherheitskräften geliefert. Nach Angaben der Polizei warfen die Demonstranten mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Die Beamten hätten die Lage aber unter Kontrolle gehabt, sagte ein Sprecher.

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen über eine nordirische Regionalregierung waren Ausschreitungen am Rande des Oranier-Marsches befürchtet worden. Die Führung des Oranier-Ordens hatte zu Gewaltlosigkeit und Disziplin aufgerufen. Eine Abordnung der "Oranier" übergab der Polizei eine Protestnote gegen das Verbot, durch die Garvaghy Road zu ziehen. Die britische Regierung lobte am Abend in einer Stellungnahme die Zurückhaltung, die beide Seiten in Portadown gezeigt hätten.



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