Nordirland-Konflikt Irische Polizei hebt Waffenversteck aus

Die irische Polizei hat ein Waffenlager der radikalen Gruppe "Real IRA" unschädlich gemacht. Darin befanden sich Gewehre, passende Munition, Sprengstoff und Material zum Bombenbau. Die Real IRA hat in diesem Jahr bereits mehrere Anschläge verübt.


Dublin - Schlag gegen Dissidenten der Irisch-Republikanischen Armee ( IRA): Die irische Polizei hat am Montag ein Waffen- und Sprengstoffversteck der "Real IRA" ausgehoben. Die Polizei teilte laut "Irish Times" mit, der Fund sei einer der größten der vergangenen Jahre.

Die Beamten waren in einem Waldstück in der nähe von Dunleer im County Louth an der Ostküste Irlands fündig geworden. Dort waren die Waffen in Fässern vergraben. Die Polizisten fanden ein Maschinengewehr und eine abgesägte Flinte samt Munition, eine funktionsfähige Rohrbombe mit fünf Kilogramm TNT und einen selbst gebauten Mörser. Die Waffen seien in guten Zustand und einsatzbereit gewesen.

Die Real IRA ist gegen einen Frieden im Nordirland-Konflikt. Sie hat in diesem Jahr bereits ein halbes Dutzend Autobomben gezündet und sich zu den Anschlägen bekannt. Die Real IRA - "wahre IRA" - spaltete sich 1997 von der IRA ab, als diese ankündigte, den Friedensprozess zu unterstützen. Die IRA selbst hatte 2005 ihren bewaffneten Kampf beendet. Sie legte die Waffen nieder und ließ deren Zerstörung durch unabhängige Kontrolleure bestätigen. Dagegen setzt die "Real IRA" den bewaffneten Kampf fort.

Erst in der vergangenen Woche hatte sie die Verantwortung für einen Autobombenanschlag in Londonderry übernommen. Im April zündete sie eine Bombe vor der Zentrale des britischen Geheimdienstes in Nordirland, im Februar vor einem Gerichtsgebäude.

ulz/dapd



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