Nordirland Nationalisten greifen Polizei mit Brandsätzen an

In Nordirland ist es erneut zu blutigen Ausschreitungen gekommen: In Belfast attackierten nationalistische Randalierer Behördenangaben zufolge die Polizei. Mehrere Sicherheitskräfte seien verletzt worden.


Belfast - Sie warfen Steine und Brandbomben: In Nordirlands Haupstadt Belfast haben katholische Nationalisten bei Ausschreitungen mindestens sieben Polizeibeamte verletzt.

Die Sicherheitskräfte feuerten Gummigeschosse auf etwa 200 Randalierer im katholischen westlichen Teil Belfasts ab. Unbestätigten Berichten zufolge wurden auch Schüsse abgegeben, Angaben zu verletzten Zivilisten lagen jedoch nicht vor.

Die Ausschreitungen hatten bereits am Montagabend begonnen, als Protestanten in der Stadt Feuer entzündeten, was den Beginn von Feiern zum Sieg des protestantischen Königs William III. über den katholischen König James II. im Jahr 1690 markieren soll. Die Situation hatte sich in Erwartung der Feierlichkeiten und des Beginns der protestantischen sogenannten Marsch-Saison zuletzt weiter zugespitzt. Tausende sogenannte "Orange Order"-Männer wollten später in einer Parade durch die Stadt laufen.

Erst im Juni hatte es in Belfast die schwersten Auseinandersetzungen seit Jahren zwischen Katholiken und Protestanten gegeben. Diese hatten sich auf einen hauptsächlich von Protestanten, aber auch von einigen Katholiken bewohnten Stadtteil im Osten von Belfast konzentriert.

hen/AFP/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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marty_gi 12.07.2011
1. althergebracht...?!
ganz ehrlich bin ich eher der Ansicht, dass hier Jugendliche maechtig gelangweilt sind und ein bisschen Randale machen wollen (wie Bilder irgendwie erkennen lassen) - und geschichtlich einen prima Grund dafuer (sozusagen als Entschuldigung) geliefert bekommen. Klar haelt man dann das Thema hoch und im Laufe der Zeit kommen auch andere Jahrgaenge hinzu, aber die vor Jahrzehnten/-hunderten vorhandenen Gruende fuer die Zwistigkeiten sind kaum mehr vorhanden oder tief gepraegt (bzw. fuer die Juengeren wirklich verstaendlich) - sie haben aber prima Alibi-Funktion. Das Prinzip funktioniert weltweit, nicht nur in Irland... Schade, dass die Menschheit nicht lernt, ihre Energie besser (fuereinander, statt gegeneinander) zu nutzen.
Connor Larkin 12.07.2011
2. Keine Perspektive und ewige Provokation
Die randalierenden Jugendlichen nehmen natürlich nur die vorherigen Ausschreitungen zum Anlass um Ihren Frust in Zerstörungswut zu wandeln. Die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen in Belfast sind nicht gerade rosig, egal ob Protestant oder Katholik, dadurch entsteht dieser riesige Frust. Dazu kommt eine Tradition der ständigen Provokation durch die Oranierorden. Den Katholiken wird jeds Jahr wieder die Zunge herausgestreckt und gesagt: "Ätsch wir haben Euch 1690 fett aufs Maul gehauen und Euch dann noch 400 Jahre unterdrückt". Dazu kommt die Tatsache, dass England noch bis vor einigen Jahren, mit Gesetzen die jeder Diktatur Ehre gemacht hätten, die katholische Bevölkerung unterdrückt haben. Die Engländer haben über 500 Jahre lang dort einen großen Teil der Bevölkerung unterdrückt, bis diese Wunden verheilen muß London sich noch gewaltig anstrengen und sich deutlicher gegen die ewig gestrigen Oranier stellen.
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