Nordirland-Konflikt Neue IRA bekennt sich zu erstem Mord

Republikanische Splittergruppen in Nordirland machen Ernst: Die im Juli gegründete neue IRA hat sich zu ihrem ersten Mord bekannt. Ihr Opfer ist ein 53 Jahre alter Gefängniswärter.

Trauerfeier für ermordeten Wachmann Black: Erschossen auf dem Weg zur Arbeit
AFP

Trauerfeier für ermordeten Wachmann Black: Erschossen auf dem Weg zur Arbeit


Dublin - Eine im Juli neugegründete IRA hat sich zu ihrem ersten Mord in Nordirland bekannt. Die Terrorgruppe teilte mit, Wachmann David Black erschossen zu haben, weil er im Vollzug des Hochsicherheitsgefängnisses Maghaberry südwestlich von Belfast gearbeitet habe. Das berichtete die Zeitung "Irish News".

Der 53 Jahre alte Gefängnisaufseher wurde am 1. November auf dem Weg zur Arbeit in seinem Auto erschossen. Etwa 40 Mitglieder der irischen Untergrundorganisation sind in Maghaberry inhaftiert. Sie protestieren seit mehr als einem Jahr gegen Leibesvisitationen, bei denen sie sich nackt ausziehen müssen.

Der Sinn-Féin-Politiker Gerry Kelly verurteilte die Tat der neuen IRA. Für derartige Gruppen gebe es in der Gesellschaft keinen Platz - egal, als was sie sich selbst bezeichnen, sagte er laut "Irish News".

Die Partei Sinn Féin galt einst als politischer Arm der IRA und spielte in den Friedensverhandlungen eine wichtige Rolle. 1998 hatte die Irisch-Republikanische Armee unter dem sogenannten Good Friday Agreement angekündigt, ihre Waffen abzugeben. Ein Ende des bewaffneten Kampfs folgte im Jahr 2005.

Mit der Gründung der neuen IRA im Juli dieses Jahres schlossen sich zum ersten Mal seit dem Friedensschluss zwischen Protestanten und Katholiken verbliebene terroristischen Organisationen Nordirlands zusammen. Hinter der neuen IRA stecken verschiedene republikanische Splittergruppen, darunter die sogenannte Wahre IRA, die Republikanische Aktion gegen Drogen und eine Koalition unabhängiger bewaffneter Gruppierungen. Nach Schätzungen beläuft sich das Personenpotential auf rund 600 Aktive. Die ursprüngliche IRA soll auf dem Höhepunkt bis zu 750 Personen unter Waffen gehabt haben.

sun/dapd



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Talan068 13.11.2012
1. Idiot-logie
bitte er zählt mir nichts von Politik oder Ideologie es geht einfach nur drum Terror auszuüben und Gewalt auszuleben. Sich des feigen Mordes an einem Gefängniswärter zu brüsten ist armseelig.
Corkonian 13.11.2012
2. Traurig
Es ist traurig und beschämend, wie (leider nicht wenige) Betonköpfe den brüchigen Frieden in den 16 nordirischen Grafschaften zu zerstören suchen. Erst die Krawallen im Sommer (ausgelöst durch Loyalisten, die vor einem ihrer Märsche die Trkolore Irlands verbrannten), jetzt der feige Mord an einem Wärter. Was kommt als nächstes? Eine Vergeltung der UVF oder der UDF? Wird zur Rache aufgerufen oder siegt die Vernunft? Wird der Tag des Freidens irgendwann einmal kommen (können)? Slán go fóill, Corkonian
deus-Lo-vult 13.11.2012
3. ...
Zitat von Talan068bitte er zählt mir nichts von Politik oder Ideologie es geht einfach nur drum Terror auszuüben und Gewalt auszuleben. Sich des feigen Mordes an einem Gefängniswärter zu brüsten ist armseelig.
Informieren Sie sich doch zuerst einmal, bevor Sie ahnungslos drauflos schreiben. Informieren Sie sich über Rechte, Chancen, Lebensbedingungen, etc. der Katholiken in Nordirland. Dann verstehen Sie vielleicht auch die Hintergründe, warum es sowas wie die IRA gibt.
deus-Lo-vult 13.11.2012
4. ...
Zitat von CorkonianEs ist traurig und beschämend, wie (leider nicht wenige) Betonköpfe den brüchigen Frieden in den 16 nordirischen Grafschaften zu zerstören suchen. Erst die Krawallen im Sommer (ausgelöst durch Loyalisten, die vor einem ihrer Märsche die Trkolore Irlands verbrannten), jetzt der feige Mord an einem Wärter. Was kommt als nächstes? Eine Vergeltung der UVF oder der UDF? Wird zur Rache aufgerufen oder siegt die Vernunft? Wird der Tag des Freidens irgendwann einmal kommen (können)? Slán go fóill, Corkonian
Mit Sicherheit. Wenn Englang die widerrechtliche Besatzung Nordirlands beendet.
Corkonian 13.11.2012
5. Kamin
@deus-Lo-vult: Stoff für lange Diskussionen und Gespräche am offenen Kamin... ;-) Als Stichworte nur mal der Anglo-Irish-Treaty 1921/22 (der 16 Grafschaften bei Vereinigten Königreich beließ und der den Bürgerkrieg nach sich zog) und das Karfreitagsabkommen von 1998, in dem die Republik Irland u.a. auf den "Anschluss" Nordirlands verzichtete und der den Status Quo festschrieb. Letzteres per Referendum (wobei sich trefflich streiten - diskutieren - ließe, wie die Republikaner eine Chance gehabt haben sollen, wenn sich selbst innerhalb der katholischen Minderheit viele als Nordiren und nicht als Iren sehen).
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