Nordirland Strenge Sicherheitsvorkehrungen beim "Oranier"-Marsch

Sie marschieren wieder: In der nordirischen Stadt Portadown hat die umstrittene Siegesparade des protestantischen "Oranier-Ordens" begonnen. Mit einem Großaufgebot will die Polizei Ausschreitungen verhindern.


Der Oranierorden bei seinem Tarditionsmarsch
REUTERS

Der Oranierorden bei seinem Tarditionsmarsch

London/Belfast - Uniformierte Anhänger des Ordens zogen vom Stadtzentrum zu einem Gottesdienst in der Kirche von Drumcree. Anders als in anderen Jahren verlief die Parade zunächst friedlich. Die anschließende Rückkehr durch die katholische Garvaghy Road ist den Teilnehmern auch in diesem Jahr wegen befürchteter Zusammenstöße untersagt worden.

Zur Durchsetzung des Verbotes haben Polizei und britisches Militär am Eingang zur Garvaghy Road eine fünf Meter hohe Stahlbarriere errichtet. Auf den angrenzenden Wegen und Wiesen sind Barrieren aus Nato-Draht ausgerollt. Es wird erwartet, dass die Ordensanhänger wie in jedem Jahr einen "schriftlichen Protest" gegen das Verbot übergeben werden.

Portadown zur Zeiten des Oranier-Marsches: Sicherheit ist oberstes Gebot
DPA

Portadown zur Zeiten des Oranier-Marsches: Sicherheit ist oberstes Gebot

Um Zusammenstöße bei der alljährlich größten Triumphparade der nordirischen Protestanten zu verhindern, hat die britische Armee zusätzlich 1600 Soldaten in die Provinz verlegt. Die Kosten für die Sicherheit wurden auf rund 19,2 Millionen Mark beziffert.

Die Parade von Drumcree am sogenannten "Drumcree-Sonntag" ist die umstrittenste der jährlichen Traditionsveranstaltungen der probritischen Protestanten, die mit ihren Umzügen während der "Marschsaison" an die Schlacht an der Boyne Ende des 17. Jahrhunderts erinnern wollen. Damals, am 12. Juli 1690, besiegte der protestantische König Wilhelm von Oranien den katholischen König Jakob II. Die protestantischen Mitglieder des Oranier-Ordens tragen deshalb Schärpen mit den Farben des Königshauses. Die Katholiken empfinden die jährlichen Siegesparaden der Protestanten als Provokation.



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