Nordkorea Atominspektoren besichtigen Nuklearanlagen

Zum ersten Mal seit fast fünf Jahren haben sich Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde auf den Weg zum nordkoreanischen Reaktor Yongbyon gemacht. Es geht im Streit über das Nuklearprogramm um die vereinbarte Schließung der Anlage.

Pjöngjang/Peking - Die Delegation der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) wolle vor Ort die Details der vereinbarten Schließung des Reaktors rund 130 Kilometer außerhalb von Pjöngjang diskutieren, berichtete ihr Leiter Olli Heinonen der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Inspektoren wollten morgen in die nordkoreanische Hauptstadt zurückkehren.

Die IAEA-Delegation verhandelt seit Dienstag mit Nordkorea über das Verfahren zur geplanten Stilllegung der Atomeinrichtungen in Yongbyon, mit der die Vereinbarung in den Sechs-Parteien-Gesprächen vom Februar erfüllt werden soll. Der IAEA-Vizedirektor Heinonen wollte sich nicht zu Details äußern. Er sei "optimistisch, immer optimistisch" über die Aussichten des Vorhabens, sagte er aber. Sein Team wolle sich darüber informieren, wie die zugesagte Schließung der Anlage überprüft werden könne.

Nordkorea darf im Gegenzug für die Schließung und Beseitigung seines Atomwaffenprogramms mit Energielieferungen und Wirtschaftshilfen rechnen. Pjöngjang hatte sich Anfang der Woche bereit erklärt, die internationale Vereinbarung zur Schließung des Reaktors umzusetzen.

Das kommunistische Land hatte die Inspekteure der IAEA Ende 2002 ausgewiesen. Grund waren Vorwürfe der USA, das Regime unterhalte ein geheimes Programm zur Entwicklung von Atomwaffen.

Japan kritisiert Raketentest Nordkoreas

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat unterdessen den nordkoreanischen Test einer Kurzstreckenrakete scharf kritisiert. Der Versuch verletze eine Resolution des Uno-Sicherheitsrats und müsse eine harte Antwort der internationalen Gemeinschaft zur Folge haben, sagte Abe. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass Pjöngjang gestern eine Kurzstreckenrakete getestet habe. Diese Angaben wurden aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums bestätigt. Erst am 25. Mai und am 7. Juni hatte Nordkorea Kurzstreckenraketen getestet, was in Südkorea und Japan Besorgnis auslöste.

als/dpa/AP

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