Drohung aus Nordkorea "Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen"

Nordkorea sieht sich an einem "sehr riskanten Punkt" im Atomstreit. Man sei der ständigen nuklearen Bedrohung durch die USA ausgesetzt, beschwerte sich das Regime - und drohte mit den eigenen Bomben.
Diktator Kim Jong Un (Mitte)

Diktator Kim Jong Un (Mitte)

Foto: KCNA KCNA/ REUTERS

Einen Tag nach dem Beginn der gemeinsamen Seemanöver von USA und Südkorea folgt die Antwort aus Pjöngjang: Es könne "jederzeit ein Atomkrieg ausbrechen", warnte Nordkoreas stellvertretender Uno-Botschafter Kim In Ryong vor dem Abrüstungsausschuss der Vereinten Nationen. Die Situation habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht". Kein anderes Land auf der Welt habe für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen, sagte er.

Der Druck auf das Regime hatte in den vergangenen Tagen nicht nur vonseiten der USA erneut zugenommen. Am Montag hatte Brüssel weitere Sanktionen gegen das Regime beschlossen, die etwa ein vollständiges Verbot für Investitionen sowie einen Ausfuhrstopp für Rohöl und verarbeitete Ölprodukte vorsehen. Nordkoreas Atom- und Raketentests seien eine "eklatante Missachtung" von Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats, erklärte der EU-Rat der Mitgliedstaaten.

Nach Angaben ihres stellvertretenden Uno-Botschafters unterstützt die Regierung in Pjöngjang die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nukleare Abrüstung auf der Welt. Aufgrund der aktuellen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten sei für sein Land eine Unterzeichnung des internationalen Atomwaffensperrvertrags jedoch nicht möglich, so Kim In Ryong. Er drohte den USA zudem damit, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem Vergeltungsschlag zu rechnen hätten.

Am Sonntag hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bemüht seien: "Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt", sagte Tillerson dem Sender CNN.

Zeitgleich sorgte eine Aktion, die mutmaßlich aus Nordkorea orchestriert wurde, in Taiwan für Aufsehen: Die Hackergruppe "Lazarus" soll die taiwanische Far Eastern International Bank angegriffen haben. Hacker wollten demnach um die 60 Millionen Dollar stehlen. Bis auf 500.000 Dollar habe die Bank das Geld aber sicherstellen können. Nordkorea, das durch die internationalen Sanktionen immer mehr in Bedrängnis gerät, wird hinter der Hackergruppe vermutet.

vks/dpa/Reuters