Bericht über Tunneleinsturz Nordkoreanischer Atomtest soll 200 Menschen getötet haben

Der nordkoreanische Atomtest im September hatte offenbar schwerwiegendere Folgen als angenommen. Auf dem Testgelände Punggye-ri sind laut einem japanischen TV-Bericht mindestens 200 Menschen gestorben.
Nordkoreas Atomtestgelände Punggye-ri

Nordkoreas Atomtestgelände Punggye-ri

Foto: AFP/ CNES / Airbus Defense and Space / 38 North

In Nordkorea sind bei einem Tunneleinsturz nach dem jüngsten Atomtest möglicherweise mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Bei einem ersten Einsturz auf dem Testgelände Punggye-ri um den 10. September herum habe es etwa 100 Tote gegeben, berichtete der japanische Sender TV Asahi am Dienstag unter Berufung auf mit dem Vorfall vertraute Personen. Eine Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Ein zweiter Einsturz während der Rettungsarbeiten könnte weiteren 100 Menschen das Leben gekostet haben, berichtete der japanische Sender. Auch dies ist noch nicht bestätigt.

Experten hatten berichtet, eine Reihe von Erschütterungen habe dazu geführt, dass die Region um das Testgelände durch den bislang stärksten Atomtest am 3. September instabil wurde. Nach dem bisher gewaltigsten Atomtest könnte die Ausdehnung des betroffenen Gebiets bis zu 1,4 Kilometer um den Explosionsort reichen, hieß es unter Berufung auf Satellitenbilder.

Nordkorea hatte damals seinen sechsten und bislang gewaltigsten Atomwaffentest unternommen. Das Regime in Pjöngjang teste in den vergangenen Monaten zudem zweimal Raketen über Japan hinweg, die beide im Pazifik niedergegangen waren. Japan will angesichts der Bedrohung seine Raketenabwehr ausbauen. Am Sonntag trifft US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen in Japan ein.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg fordert wegen der Gefahr durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm derweil eine globale Antwort. Bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio einigten sich beide darauf, dass "internationaler Druck" erforderlich sei, damit Pjöngjang einen verantwortlichen Weg einschlage und man zu einer "friedlichen Lösung" komme.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un müsse seine Atom- und Raketenprogramme aufgeben, sagte Stoltenberg bei dem Treffen. Abe erklärte vor Reportern, Nordkoreas Raketen könnten auch Europa erreichen und stellten eine drohende Gefahr für die internationale Gemeinschaft dar. Südkorea schloss die Entwicklung eigener Atomwaffen dennoch aus.

apr/Reuters/dpa/AFP
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