Abrüstungsgespräche Nordkorea beruft Chefunterhändler für Verhandlungen mit den USA ab

Die Verhandlungen zwischen USA und Pjöngjang über die atomare Abrüstung Nordkoreas stocken seit Monaten. Überraschend tauschte Diktator Kim nun seinen Chefunterhändler für diese Frage aus.

Wird künftig nicht mehr mit den USA verhandeln: Kim Yong Chol, Nordkoreas Chefunterhändler in den Atomgesprächen.
Joshua Roberts/ Reuters

Wird künftig nicht mehr mit den USA verhandeln: Kim Yong Chol, Nordkoreas Chefunterhändler in den Atomgesprächen.


Künftig muss Washington mit einem neuen Mitarbeiter von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un über die mögliche atomare Abrüstung des Landes verhandeln. Kim Yong Chol wurde von seinen politischen Posten abberufen. Dies berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen südkoreanischen Abgeordneten. Genaue Gründe für die Entscheidung nannte Yonhap jedoch nicht.

Kim Yong Chol saß bei den Verhandlungen bisher US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber. Erst vergangene Woche hatte das nordkoreanische Außenministerium gefordert, dass Pompeo bei den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten "durch jemand Reiferen" ersetzt werden sollte. Nun muss nicht der US-Außenminister, sondern sein nordkoreanischer Verhandlungspartner gehen.

Kim Yong Chol galt als enger Vertrauter und rechte Hand von Machthaber Kim Jong Un. Er diente zuletzt unter anderem als Vizevorsitzender des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei. Im Januar hatte sich Kim Yong Chol zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington getroffen.

"Festgefahrene Gespräche"

Ende Februar hatten US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator das Gipfeltreffen in Vietnam verkürzt und ohne Abschlusserklärung verlassen. Der Gipfel galt danach als gescheitert. Beide waren sich in der zentralen Frage uneins, wie das Atomwaffenarsenal Nordkoreas abgebaut wird und welche Gegenleistungen es dafür geben soll.

Zuletzt hatte Kim den USA Bedingungen für ein drittes Gipfeltreffen mit Trump zur Lösung des Atomkonflikts gestellt. Die USA müssten einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen - bis Ende des Jahres.

Seit dem abgebrochenen Gipfel in Hanoi gab es bereits mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen. Nordkorea meldete unter anderem den Test einer neuen "taktischen Lenkwaffe". Experten werteten dies als Versuch, Druck auf die USA in den Gesprächen auszuüben.

mho/DPA



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