Nordkorea-Telefonat Trump und Putin sprechen über Atomkrise

US-Präsident Trump und Russlands Staatschef Putin haben wegen der atomaren Bedrohung durch Nordkorea telefoniert. Thema waren offenbar auch bilaterale Spannungen.
Donald Trump am Telefon

Donald Trump am Telefon

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Die Staatschefs der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, haben miteinander telefoniert. Das Weiße Haus bestätigte entsprechende Berichte des Kreml und erklärte, es sei um die "sehr gefährliche Lage" auf der koreanischen Halbinsel gegangen.

Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass sprachen die beiden Präsidenten neben der Nordkorea-Atomkrise auch über die bilateralen Probleme beider Länder. Nach russischen Angaben kam das Gespräch auf Initiative Trumps zustande.

Das Weiße Haus wiederum stellte heraus, Trump habe Putin auch für seine Jahrespressekonferenz gedankt. Dabei habe der russische Präsident "die starke amerikanische Wirtschaftsleistung anerkennend erwähnt", so die US-Regierung.

In der Nordkorea-Politik traten die Weltmächte zuletzt eher uneinig auf. Während Trump auf Provokationen des nordkoreanischen Regimes durch ballistische Raketentests und Atomversuche mit martialischen Drohungen antwortete, mahnte Russland zu Zurückhaltung und Diplomatie.

Russland sieht "rote Linie" bei Sanktionen erreicht

Russland trägt bislang verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen die kommunistische Diktatur mit, erklärte aber kurz nach dem Telefonat der Staatschefs, es solle keine weiteren Strafmaßnahmen geben. Man lehne Sanktionen ab, welche das Land wirtschaftlich strangulieren würden, sagte Vizeaußenminister Igor Morgulow. Mit dem Druck auf Nordkorea nähere man sich einer "roten Linie".

Zudem sagte er, hochrangige Kontakte mit der nordkoreanischen Führung seien theoretisch möglich. Bislang habe es aber keine Gespräche auf oberster Ebene mit der Regierung von Kim Jong Un gegeben.

Entgegen der harten Linie des US-Präsidenten hatte Außenminister Rex Tillerson diplomatische Gespräche mit Nordkorea ohne Vorbedingungen angeboten. Kurz nach Tillersons Offerte hatte das Weiße Haus seinem Außenminister widersprochen. Nordkorea müsse erst "ernsthafte Abrüstungsschritte" einleiten, ehe es Gespräche geben könne.

Der Nordkorea-Beauftragte der US-Regierung, Joseph Yun, sagte nun, die USA verfolgten eine "Doppelstrategie" aus wirtschaftlichem Druck und Gesprächsangeboten.

cht/dpa/Reuters
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