Früheres Symbol der Annäherung Nordkorea droht mit Abriss südkoreanischer Ferienanlagen

Im Kumgang-Gebirge wollten Nord- und Südkorea mit einer gemeinsamen Ferienanlage ihre Beziehungen verbessern. Wegen anhaltender Spannungen stockte das Projekt - nun will Pjöngjang offenbar einen Schlussstrich ziehen.

Demonstranten in Südkorea: Auf ihren Plakat machen sie sich dafür stark, dass Studenten aus Nord- und Südkorea sich im Kumgang-Gebirge treffen sollten
Photo/Ahn Young-joon/AP

Demonstranten in Südkorea: Auf ihren Plakat machen sie sich dafür stark, dass Studenten aus Nord- und Südkorea sich im Kumgang-Gebirge treffen sollten


Bis zu seiner Aussetzung im Jahr 2008 galt das gemeinsame Ferienprojekt als Symbol der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea: Wegen erneuter Spannungen wurde es zwischenzeitlich ausgesetzt - nun droht Pjöngjang mit dem Abriss der südkoreanischen Hotels auf ihrem Staatsgebiet.

Nordkorea werde "resolute Maßnahmen ergreifen, um die Einrichtungen einseitig abzureißen", hieß es. Zuvor hatte das Regime von Südkorea gefordert, die von südkoreanischer Seite erbauten Einrichtungen selbst abzureißen. Nordkorea bekräftigte, das Kumgang-Gebirge in Eigenregie zu einem internationalen Touristenresort zu entwickeln.

Ferienanlage im Kumgang-Gebirge
YONHAPNEWS AG/ picture alliance

Ferienanlage im Kumgang-Gebirge

Das Vereinigungsministerium in Seoul bestätigte den Eingang des "Ultimatums". Ein Sprecher rief Nordkorea erneut zu Gesprächen auf. Das Problem sollte "durch eine beiderseitige Vereinbarung" gelöst werden. Im Oktober hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angeordnet, "alle unerfreulich wirkenden Anlagen Südkoreas" im Kumgang-Gebirge sollten beseitigt werden.

Derzeit stagnieren die Beziehungen zwischen beiden Staaten. Vor elf Jahren hatte Seoul ein gemeinsames Reiseprogramm für das Kumgang-Gebirge wegen tödlicher Schüsse eines nordkoreanischen Soldaten auf eine südkoreanische Touristin in einem Sperrgebiet am Gebirge auf Eis gelegt.

Im vergangenen Jahr hatten sich beide Länder nach den schweren Spannungen 2017 im Atomkonflikt wieder angenähert.

mho/dpa



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