Uno-Untersuchung Elf Millionen Nordkoreaner sind unterernährt

Das nordkoreanische Regime unterdrückt die Bevölkerung systematisch. Mit katastrophalen Folgen: Die Uno berichtet von massenhaftem Nahrungsmangel - und von Zehntausenden Kindern, die vom Tode bedroht seien.

Kind in Nordkorea (Archivbild): Vor allem die Landbevölkerung leidet massiv
Damir Sagolj / REUTERS

Kind in Nordkorea (Archivbild): Vor allem die Landbevölkerung leidet massiv


Die Lage der Zivilbevölkerung in Nordkorea verschlechtert sich zusehends. Zu diesem Ergebnis kommen die Vereinten Nationen. Der Uno-Ermittler für das isolierte Land, Tomas Ojea Quintana, berichtete am Dienstag (Ortszeit), dass dort rund elf Millionen Menschen unter Mangelernährung leiden. Das entspricht rund der Hälfte der Bevölkerung und sei ein "alarmierender Wert", so Ojea Quintana.

Von den rund 140.000 betroffenen Kindern seien rund 30.000 "vom Tode bedroht". Die Hauptschuld sieht der Uno-Ermittler beim nordkoreanischen Regime, das nach seiner Einschätzung "seine Verpflichtungen für die Grundrechte der Menschen durch versagende Wirtschafts- und Agrarpolitik verletzt".

Hinzu kämen klimatische Bedingungen, unfruchtbares Land sowie die Auswirkungen der massiven internationalen Sanktionen gegen das Land. Zudem sei es Bauern durch das Kollektivsystem nicht möglich, von den Erträgen auf individuellen Parzellen zu profitieren.

In seinen nunmehr drei Jahren im Job habe er keine Verbesserung der Lage in Nordkorea erkennen können, erklärte Ojea Quintana weiter: "Die wirtschaftlichen Ressourcen des Landes werden von den Grundbedürfnissen der Bevölkerung entkoppelt." Eine nachhaltige Diskriminierung im öffentlichen Verteilungssystem sorge besonders in der Landbevölkerung für Missstände.

Despot zu Ross: Kim Jong Un regiert Nordkorea grausam
KCNA/ KNS/ AFP

Despot zu Ross: Kim Jong Un regiert Nordkorea grausam

Zudem unterbinde das Regime von Diktator Kim Jong Un ein faires Handelssystem, was dazu führt, dass nur jene Nordkoreaner mit Geld auch Zugang etwa zu Bildung oder Gesundheitsversorgung hätten. Das gilt vor allem für die Stadtbevölkerung und dabei besonders die Hauptstadt Pjöngjang.

Verschlimmert werde die Lage durch eine ständige Überwachung der Zivilbevölkerung und die damit verbundene Furcht, für Vergehen in einem der zahlreichen Straflager zu landen.

jok/AP



insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ronald1952 23.10.2019
1. Mal Ehrlich
wen Interessiert das denn wirklich? Aber klar jetzt kann man sich mal einpaar Minuten darüber Empören, mehr ist aber nicht drin. Dabei geht das schon seit Jahrzehnten so in Nord.Korea und hat jemand etwas dagegen getan? Dieser kleine Fettkloß hat doch wohl in der Schweiz in die Schule und ganz Ehrlich hätte man da nichts machen können? Anscheinend nicht, anscheinend sind solche wiederlichen Despoten immer und überall Unantastbar während Demokratische Presidenten/innen immer sehr gefährdet sind. China ist übrigens nicht viel anders als Nord-Korea und das wird im Westen immer unter den Tisch gekehrt, Hauptsache der Profit stimmt. Aber es wird noch schlimmer für den Westen kommen als es jetzt schon ist. Nur wollen es die Herrschaften nicht kapieren. schönen Tag noch,
lathea 23.10.2019
2. Da stellt sich wohl die allgemeine .....
......Frage: "Wie stürzt man in der heutigen Zeit auf dieser Welt die Despoten und Diktatoren dieser Welt?" Solange jeder Mensch nur nach einem besseren Leben i.S.v. Erfüllung seiner Grundbedürfnisse und mehr Konsum strebt, ist er erpressbar und unterdrückbar. Die EU sollte zu einer Staatengemeinschaft mit Vorbildfunktion heranwachsen, damit es eine Blaupause für ein besseres, schönes und glückliches Leben in einer Gesellschaft und Demokratie gibt, die alle Menschen in einer Gemeinschaft umfasst. Noch mehr politische Bildung und noch mehr soziale Gerechtigkeit wäre auch bei uns in Deutschland und in der gesamten EU wichtig. Ausserdem sollte es vllt ein gesellschaftliches öffentliches Ächtungssystem in den Industriestaaten geben, damit Angehörige von Diktatoren und Despoten mit ihren korrupten Geldern nicht mehr als willkommene reiche Kunden betrachtet und beachtet werden, sondern als das was sie sind: politischer und menschlicher Abschaum, der in den Gulli gehört.
Akzente 23.10.2019
3. Schlimmste Diktatur
Was meint denn Freund Donny dazu? Ist er doch bester Freund von Kim Jong Un. Misanthropen wie sie im Buche stehen.
mk1966 23.10.2019
4. Eine Schande
Warum macht die Weltgemeinschaft dieser letzten, grausamen Diktatur auf Erden kein Ende? Überall werden Kriege im Namen der Freiheit geführt, nur Nordkorea wird nicht angetastet. Würden sich die Egomanen Putin, Xi und Trump einigen, wäre der kleine, dicke Diktator morgen Geschichte und die Menschen frei. Was für eine üble, üble Welt! Wir lernen einfach nichts dazu, trotz Verstand.
Henk-van-Dijk 23.10.2019
5. Der überernährte Kim
Es ist so traurig, das hilflos mit ansehen zu müssen. Und dass der adipöse Despot in seinen Luxusautos da auch noch jeden Tag seelenruhig dran vorbeifahren kann ist mir sowieso ein Rätsel.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.